Presse zur Prostitution in der Gesellschaft

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    • Karlsruher Diakonie eröffnet Beratungsstelle für Prostituierte

      Karlsruher Diakonie eröffnet Beratungsstelle für Prostituierte





      27.02.2015, 15:09 Uhr | dpa





      Hinweisschild "Beratungsstelle für Prostituierte". Die Beratungsstelle
      ist das sechste Angebot dieser Art. Foto: Patrick Seeger (Quelle: dpa)





      Angesichts zunehmender Verelendung von Prostituierten hat das
      Diakonische Werk der evangelischen Kirche am Freitag eine
      Beratungsstelle für diese Frauen in Karlsruhe eröffnet. Die Einrichtung
      setze sich das Ziel, "den betroffenen Frauen den Rücken zu stärken und
      Perspektiven für einen alternativen Lebensweg aufzuzeigen" oder mit
      ihnen nach würdevollen und gesunden Arbeits- und Lebensbedingungen zu
      suchen, sagte der Direktor des Diakonischen Werks Karlsruhe, Wolfgang
      Stoll.


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      Die Karlsruher Beratungsstelle ist das sechste Angebot dieser Art für
      Prostituierte in Baden-Württemberg - nach Mannheim, Freiburg,
      Friedrichshafen, Stuttgart und Heilbronn. Davon sind vier in kirchlicher
      Trägerschaft, die Einrichtungen in Stuttgart und Friedrichshafen haben
      freie Träger.





      "Armut wird bei uns nicht an den Rand gedrängt", sagte
      Sozialbürgermeister Martin Lenz (SPD). "Wir können das Problem nicht
      lösen, aber sicherlich lindern.





      http://www.tagblatt.de/Home/nachric....tuierte-_arid,293086.html
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber

      6.3.2015





      Pfarrer fordert Gratis-Prostituierte für Asylbewerber





      SIEGERTSBRUNN. Der evangelische Geistliche Ulrich Wagner hat gefordert,
      Asylbewerbern kostenlose Besuche bei Prostituierten anzubieten. "Diese
      Männer haben ein sexuelles Bedürfnis. Da machen wir aber die Augen zu,
      soweit denkt niemand", begründete der Pfarrer im Ruhestand seinen
      Vorschlag gegenüber dem Münchner Merkur.





      "Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, daß in sein Dorf 100
      Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, daß so viele Männer
      die Frauen im Ort belästigen könnten. Ob begründet oder nicht: Diesen
      Ängsten will ich damit begegnen. Denn es gibt sie", sagte Wagner.





      Bordell-Besitzer sollen Solidarität zeigen





      Unschlüssig zeigte er sich, wie die Bordellbesuche finanziert werden
      sollen. "Mein erster Gedanke ist gar nicht, wer das bezahlt. Aber es gab
      ja mal einen Hartz-IV-Empfänger, der erklagen wollte, daß ihm seine
      Bordellbesuche bezahlt werden. Der hatte natürlich keinen Erfolg."
      Vielleicht finde sich jedoch ein Unterstützerkreis, der das bezahlt.
      "Vielleicht erklärt sich auch ein Bordellbesitzer bereit, ein gutes Werk
      zu tun. Am Vormittag ist da ja eh nicht viel los, vermute ich."





      Angst vor Kritik hat Wagner nicht. "Wer darf denn sowas noch sagen, wenn
      nicht ein evangelischer Pfarrer?" Auch nicht vor der Evangelischen
      Kirche: "Ich halte die neuerliche Tendenz in der Kirche für ganz
      schlimm, anderen vorzuschreiben, welche Meinung sie zu haben haben. Wir
      sind nicht in Nordkorea."





      Wagner leitete etwa 40 Jahre die evangelische Carolinenkirche in Obermenzing.
      http://jungefreiheit.de/kultur/gese....uierte-fuer-asylbewerber/





      http://www.merkur-online.de/lokales....asylbewerber-4791059.html

      Pfarrer-Vorschlag - So diskutieren unsere User
      Prostituierte für Asylbewerber? "Makaber und geschmacklos"







      Siegertsbrunn
      - Die Forderung des Pfarrers Ulrich Wagner nach Prostituierten für
      Asylbewerber sorgt für viel Gesprächsstoff unter unseren Usern.
      Asylbewerbern
      sollen Prostituierte gestellt werden, damit sie ihrer sexuellen
      Bedürfnisse befriedigen können. Dass seine kontroverse Forderung für
      Diskussionen sorgen wird, war dem pensionierten Pfarrer Ulrich Wagner
      aus Siegertsbrunn klar. „Wahrscheinlich werden sich einige aufregen“, sagte er dem Münchner Merkur.

      Unter
      den Usern von tz.de, merkur-online und auf unseren Facebook-Seiten sind
      viele empört. Doch einige begrüßen zumindest, dass das Thema
      angesprochen wird.
      „Mir ist gerade speiübel!“
      Susanne K. macht die Forderung des Pfarrers einfach nur "Sprachlos." Deutliche Worte findet hingegen Ellie
      und meint, dass der Pfarrer sexuelle Gewalt gegen Frauen rechtfertigt:
      "Sexualität im Gewand einer [lexicon]Vergewaltigung[/lexicon] als nicht beherrschbarer
      Naturtrieb! Mir ist gerade speiübel!"
      Ähnlich sieht es auch Hasn: "Was für ein Schwachsinn, sexuelle Übergriffe sind mit eiskalter Härte zu sanktionieren und nicht mit Puffgutscheinen. Der User Menschenverachtung: "Eine menschenverachtendere Einstellung gegenüber Prostituierten habe ich noch selten gelesen!"
      Zumindest spricht es jemand an
      Andere Kommentatoren finden es gut, dass Pfarrer Wagner das Thema ins Gespräch bringt. Krez:
      "Wir haben hier zumindest einen Vorschlag. Ob gut oder schlecht, ist zu
      diskutieren. Von unseren Politikern dagegen kommt nix." Ähnlich sieht
      es Brandl: "Ich find es klasse, dass gerade ein Pfarrer sich traut, ... das anzusprechen."
      Verständnis für die Asylbewerber
      Verständnis für die Situation der Asylbewerber zeigt hanz:
      "Ich bin ganz für die Idee, es darf jedoch nicht vom Staat bezahlt
      werden. Die Menschen kriegen schon 'Taschengeld', da können sie sich
      doch einmal im Monat 60 Euro dafür sparen. Einfach nur vermitteln und
      das war‘s."
      LKU


      merkur-online.de/lokales/muenc…lrich-wagner-4793180.html
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • AfD Bayern: "Asylbewerber brauchen keine Prostituierten"

      11.3.2015


      AfD Bayern: "Asylbewerber brauchen keine Prostituierten"





      Ein pensionierter Pfarrer aus
      Siegertsbrunn fordert medienwirksam, Asylbewerbern kostenfrei die
      Dienstleistungen von Prostituierten zur Verfügung zu stellen. In einen
      Interview mit dem Münchner Merkur rechtfertigt Herr Ulrich seine
      Forderung anhand eines konkreten Falles: Er möchte in einer Stadt mit
      100 überwiegend männlichen Asylbewerbern die Ängste der Bevölkerung vor
      Übergriffen auf einheimische Frauen eindämmen.



      Dazu erklärt der bayerische Landesvorsitzende der AfD, Andre Wächter:
      "Diese Forderung ist nicht nur zynisch, sie ist auch eine
      Bankrotterklärung als Mann der Öffentlichkeit und als Pfarrer erst
      recht!"


      Herr Ulrich hat zwar durchaus mutig auf ein Problem hingewiesen, das nur
      wenige sich öffentlich auszusprechen trauen. Er zieht aber die völlig
      falschen Schlüsse. In der Tat gebe es wohl Fälle, in denen Asylbewerber
      Frauen bedrängt oder sogar vergewaltigt haben. Allerdings kann man diese
      Fälle nicht durch einen Mangel an ausreichend kostenfreien
      Prostituierten erklären oder sogar rechtfertigen, so Wächter: "Ganz im
      Gegenteil: Recht und Gesetz müssen aufrechterhalten werden:
      Nicht-berechtigte oder gar straffällige Asylbewerber müssen zügig wieder
      abgeschoben werden, und dazu muss die Polizei angemessen augestattet
      sein."


      Allerdings ist die Forderung auch zynisch, weil die meisten
      tatsächlichen Flüchtlinge sicherlich mehr Angst und Sorge um die
      Sicherheit ihrer Angehörigen und Freunde haben, als dass sie nun
      schnellstmöglich ihre Sexualität in Deutschland ausleben möchten.


      Zudem ist diese Forderung aus politischer Sicht eine Bankrotterklärung.
      Denn eine Erklärung, warum einem deutschen Hartz 4-Empfänger "natürlich"
      keine Prostituierte zustehe, dem Asylbewerber aber doch, bleibt Herr
      Ulrich schuldig. Auch seine Erklärung, er müsse sich allein vor dem
      Herrgott verantworten, ist erschreckend. Die AfD Bayern widerspricht.
      "Herr Ulrich muss sich als Mann der Kirche zunächst vor denen
      verantworten, die ihn und die Asylbewerber finanzieren", meint Andre
      Wächter und stellt nachdenklich klar: "Der Steuerzahler muss endlich
      direkt in die Entscheidungsprozesse rund um das Thema Asyl und
      Flüchtlinge eingebunden werden, denn unsere Mittel sind begrenzt."
      extremnews.com/nachrichten/politik/fc7e153fff1c22d
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • «Mädchen haben gelernt, Männern zu gehorchen»

      «Mädchen haben gelernt, Männern zu gehorchen»
      von D. Pomper - Wieso geben Junge ihre Freundinnen für Geld an Kollegen weiter? Und warum machen Mädchen da mit? Antworten vom Psychologen.

      «Dass die Mädchen sich prostituieren lassen, ist kein Zufall», sagt Psychologe Philipp Ramming. Gerade für Frauen, die in archaischen, patriarchalen Verhältnissen aufgewachsen seien, sei es schwieriger sich zu wehren. «Sie haben gelernt, dass sie Männern gehorchen müssen. Im Gegenzug beschützt sie der Mann. Das ist ein Deal.»

      Zum [lexicon]Sex[/lexicon] gezwungen: «Blas mir eins, oder ich behalte dein Handy»
      Doktor Sex: «Kann eine Prostituierte Liebe empfinden?»
      Fehler gesehen?


      Herr Ramming, Sie sind Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugendpsychologen. Wie würden Sie unsere Jugend beschreiben?
      Unsere Jugend macht es super. Sie behauptet sich gut in einer Welt, die extrem komplex geworden ist. Die Vielfalt an Möglichkeiten erfordert von den Jugendlichen, dass sie viele Entscheide treffen und frustrationsresistenter werden müssen. Die Jungen vollbringen eine beachtliche Anpassungsleistung. Früher mussten sie sich in patriarchale, rigide Strukturen einpassen. Es war klar welche Regeln gelten. Heute fehlen diese klassischen Strukturen und Abläufe.
      InfoboxPhilipp Ramming ist Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugendpsychologen.
      Wie sieht ihr Sex- und Beziehungsleben aus?
      Kompliziert. Die jungen Mädchen und Buben sind zwar befreit vom Druck moralischer Dämonen. Aber auch im Beziehungsleben gibt es viel weniger Strukturen. Die Jungen sind sehr viel offener, lockerer und haben viel Freiheit. Ihnen stehen so viele Möglichkeiten offen. Das kann auch anstrengend sein.
      Wie verbindlich sind diese Beziehungen?
      Gerade Mädchen haben eine grössere Handlungsfreiheit. Sie werden von Männern aber auch geachtet und als gleichwertige Partner respektiert. Wenn junge Menschen heutzutage eine feste Verbindung eingehen, dann tauschen sie keine Ringe mehr aus, sondern machen einen Aidstest. So zeigt man gegenseitiges Vertrauen. Nach einer Sturm-und-Drang-Phase mit verschiedenen Partnern suchen die meisten nach Beständigkeit.
      Trotz Ihrer positiven Schilderungen über die heutige Jugend: Sexualstraftaten unter Kindern und Jugendlichen nehmen zu. Teenager zwingen 12- bis 16-Jährige zur [lexicon]Prostitution[/lexicon]. Jungs reichen ihre Freundinnen gegen Geld an Kumpel weiter. Warum gibt es Teenager, die so etwas machen?
      Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Warum lassen sich Mädchen so etwas gefallen? Was haben diese Mädchen für ein Selbstbild? Wo bleibt ihr Selbstbewusstsein? Was für Beziehungsmodelle wurden ihnen vorgelebt? Ihre Familie, ihre Kultur, vielleicht auch die Schule haben ein ganz bestimmtes Frauenbild geprägt. Dass die Mädchen sich prostituieren lassen, ist kein Zufall. Gerade für Frauen, die in archaischen, patriarchalen Verhältnissen aufgewachsen sind, ist es schwieriger sich zu wehren. Sie haben gelernt, dass sie Männern gehorchen müssen. Im Gegenzug beschützt sie der Mann. Das ist ein Deal. Dieser funktioniert auch. Allerdings nur, solange man sich gegenseitig achtet und das Vertrauen nicht missbraucht. Und diese Beziehungsformen sind häufig auch schichtspezifisch. Man findet sie eher in der Unter- als in der Oberschicht.
      Das klingt nicht gerade sehr emanzipiert. Was für ein Selbstbild haben denn diese Mädchen?
      Junge Mädchen verfügen mit ihrem Körper über eine grosse Macht. Diese testen sie gerne aus. Wenn sich Mädchen aber nur über ihren Körper Anerkennung holen können und nicht von ihren Familien, Kollegen, der Schule oder durch ein bestimmtes Hobby, dann kann es gefährlich werden. Was bei einem Drogensüchtigen das Heroin ist, ist für diese Mädchen die Liebe: Sie machen alles, damit sie Liebe bekommen.
      Und bei den Jungs, die ihre Freundinnen prostituieren?
      Hier ist es im Grund das Gleiche. Sie holen sich durch ihre Aktivitäten als kleine Unternehmer Anerkennung. Und auch sie sind von einem bestimmten Frauenbild geprägt.
      Jugendliche drohen ihren Freundinnen: Wenn du nicht mitmachst, bist du eine [lexicon]Nutte[/lexicon]. Was steckt da für eine Logik dahinter?
      Zumindest eine effiziente. Mit dem Begriff «Nutte» ist nicht zwangsläufig das gemeint, was wir darunter verstehen. Man könnte damit auch eine Verräterin meinen. Jemanden, der seinen Clan im Stich lässt.
      Merken die Täter, dass sie etwas Unrechtes tun?
      Es kommt auf die Signale an, welche die jungen Frauen senden. Erst wenn die Männer das Gefühl haben, die Frauen zu etwas zu zwingen, was sie nicht wollen, kann dieses Unrechtsbewusstsein entstehen.
      Leser fragen sich: Was ist aus unserer Welt geworden? Früher habe es gereicht schöne Tore zu schiessen, um cool zu sein. Heute müsse man seine Freundin prostituieren. Hat ein Wertewandel stattgefunden?
      So ein Blödsinn. Was Jugendprostitution angeht, waren Jugendliche in Westeuropa wohl noch nie so wenig betroffen wie heute. Auch dank zahlreicher Präventionsprogramme. Schon immer tendierte die Menschheit dazu, die Vergangenheit zu verklären. Medien tragen allerdings dazu bei, dass die Menschen die Realität verzerrt wahrnehmen und einzelne Ereignisse überinterpretiert werden.
      Wie würden Sie einen jungen Mann therapieren, der seine Freundin für Geld Kollegen anbietet?
      Zuerst einmal gibts ein paar hinter die Ohren! (lacht) Im Ernst: Solche Männer haben keine Sozialkompetenzen erworben. Sie verfügen über kein Einfühlungsvermögen. Dies müssen sie zuerst erlernen. Dann gilt es ihre kriminelle Energie anders zu kanalisieren. Ist jemand machtgeil, dann muss man einen Bereich finden, wo er diesen Charakterzug ausleben kann, ohne kriminell zu werden. Er könnte etwa Manager oder Politiker werden.
      Wie können Eltern ihre Kinder davor schützen, zu Opfern oder Tätern zu werden?
      Sie sollen ihre Kinder respektieren und bewundern für das, was sie sind. Sie sollen sie wertschätzen. Wenn man nie Liebe gekriegt hat, dann ist man froh um jeden Bissen, der abfällt. Hat man Hunger, isst man halt eben woanders.

      20min.ch/schweiz/news/story/14992978
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • 8 März – Internationaler Frauentag

      8 März – Internationaler Frauentag
      Publiziert am März 16, 2015

      Am 8. März demonstrierten in der Frankfurter Innenstadt aus Anlass des Internationalen Frauentags rund 500 Menschen. Auf einer Zwischenkundgebung im Bahnhofsviertel sprach eine Vertreterin von Dona Carmen e.V. über die aktuelle Situation von Frauen in der [lexicon]Prostitution[/lexicon]. Hier der Redebeitrag von Dona Carmen.

      Liebe Kolleginnen und Kollegen,
      liebe Frauen,

      vor zwei Tagen waren wir nach Angaben von Bundesfamilienministerin Schwesig Zeugen eines „historischen Schritts“ in der Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen.

      Vermutlich haben bei euch zu Hause die Sektkorken geknallt und habt ihr alle ein rauschendes Fest gefeiert, als am Freitag bekannt wurde, dass ab 2016 in 108 deutschen Großunternehmen der Anteil weiblicher Aufsichtsräte von jetzt 20 % auf dann 30 % angehoben wird!

      Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) war sich nicht zu schade, diesen Beschluss mit der Einführung des Frauenwahlrechts vor 96 Jahren zu vergleichen! Ich frage mich: Für wie doof halten Politiker eigentlich die Frauen hierzulande?

      Allen potenziellen Aufsichtsrätinnen von Dax-Unternehmen, die heute hier unter uns weilen und durch Schwesigs Gesetz ihre Gleichstellung erfahren einen „Herzlichen Glückwunsch“!

      Ich vermute aber, dass die Zahl der potentiell Betroffenen eher gering sein dürfte und erlaube mir, auf ein anderes Gesetz zu verweisen – auch aus dem Hause Schwesig. Es betrifft Hunderte Frauen hier in der Straße und hat den hochtrabenden Titel „Prostituiertenschutzgesetz“.

      Wie der Name schon sagt, soll das Gesetz Prostituierte schützen. Aber nicht etwa vor Stigmatisierung und Diskriminierung, sondern vor der Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Berufsausübung! Es schützt somit nicht die Prostituierten, sondern es schützt die Gesellschaft vor [lexicon]Prostitution[/lexicon].

      Bei Licht betrachtet handelt es sich um ein staatliches Programm zur gezielten Existenzvernichtung von Arbeitsplätzen in der Sexarbeit. Das muss man ehrlicherweise sagen, wenn man sich die sieben Kernpunkte des neuen Anti-Prostitutions-Gesetzes vor Augen führt.

      Punkt 1, ist die Erlaubnispflicht für Prostitutionsstätten: Da denkt man natürlich an die Kontrolle großer Laufhäuser wie hier im Bahnhofsviertel. Das ist aber ein großer Irrtum. Denn laut Definition beginnt eine Prostitutionsstätte bereits ab 2 Frauen in der Wohnungsprostitution! Es geht also in Wirklichkeit um die Kontrolle der Wohnungsprostitution zumeist selbständiger Sexarbeiter/innen, die in Deutschland bereits mehr als 70 % der Prostitutionsstätten ausmachen.

      Punkt 2 besagt, wie die Kontrollen erfolgen, nämlich als bundeseinheitliche jederzeitige, unangekündigte, anlasslose und verdachtsunabhängige Kontrollen der Polizei. Im Behördendeutsch heißt das „Nachschau und Überwachung“ und wird unterhalb der Schwelle eines richterlichen Durchsuchungsbeschlusses erfolgen.
      Das macht die betroffenen Frauen wieder zu entmündigten „Kontrollmädchen“, wie man sie zutreffend bereits im 19. Jahrhundert bezeichnete.

      Damit sind wir bei Punkt 3, die geplante Einführung einer Meldepflicht für alle Sexarbeiter/innen – und zwar alle zwei Jahre erneut! Sonst erlischt das Recht auf Berufsausübung. Unter 21-Jährige müssen sich sogar jedes Jahr bei einer zuständigen Behörde melden.

      Das persönliche Erscheinen der Frauen bei der zuständigen Behörde wird zur Pflicht. Warum? Es geht um die Überprüfung, ob die Frauen – ich zitierte – über „die zu ihrem Schutz erforderliche Einsichtsfähigkeit verfügen“!

      Frauen sollen also behördlich auf ihren Geisteszustand überprüft werden. Das erinnert an den italienischen Arzt und Kriminologen Cesare Lombroso, der in seinem 1894 verfassten, einflussreichen Werk „Das Weib als Verbrecherin und Prostituierte“ den Sexarbeiterinnen einen naturbedingten Idiotismus bescheinigte. Unter Berufung auf Lombroso führten die Nationalsozialisten umfangreiche Zwangssterilisationen bei Kriminellen und so genannten “Geisteskranken” durch.

      Es sei im Übrigen darauf hingewiesen, dass die letzte staatlich verordnete Erfassung von Prostituierten in Deutschland unter den Nationalsozialisten – nämlich 1939 durch einen Runderlass des Reichsinnenministers – erfolgte. Die junge Bundesrepublik wagte es in den 50er Jahren nicht, an diesen Traditionen einer diskriminierenden berufsspezifischen Meldepflicht für Prostituierte anzuknüpfen.

      Heute, 76 Jahre später, scheint offenbar genügend Gras über die Sache gewachsen. Ausgerechnet die deutsche Sozialdemokratie – selbst Opfer des Nationalsozialismus – fühlt sich heute dazu berufen, wieder mal die Drecksarbeit zu machen und eine gesetzliche Meldepflicht für Prostituierte einzuführen.

      Ergänzt wird der Horrorkatalog durch Punkt 4, die Einführung eines medizinischen Beratungszwangs für Sexarbeiter/innen. Und zwar jedes Jahr aufs Neue! Unter 21-Jährige sogar alle sechs Monate!

      Zusammen mit Punkt 5, dem Kondomzwang für Prostitutionskunden erweist sich das als gezielte Stigmatisierung von Sexarbeiter/innen. Sie sollen zukünftig wieder als Risiko für die Volksgesundheit und somit als „überwachungsbedürftig“ erscheinen, obwohl es keine einzige medizinische Studie in Deutschland gibt, die belegen könnte, dass Sexarbeiter/innen hinsichtlich sexuell übertragbarer Krankheiten eine „Risikogruppe“ wären.

      Punkt 6, das Verbot behördlich unliebsamer Prostitutionsangebote wie ‚Flatrate-Sex‘ und Punkt 7, der Einstieg in die Freier-Kriminalisierung bei Kunden so genannter ‚Menschenhandels‘-Opfer komplettieren die neue Anti-Prostitutions-Politik.

      Die Folgen dieser Politik für die betroffenen Frauen sind kurzgesagt:

      Abschreckung durch Totalüberwachung, Zwangsouting und Entmündigung; Arbeitsplatz-Vernichtung und gezielte Verarmung; Illegalisierung, Abschiebung und Kriminalisierung. Und nicht zuletzt eine gewollte Vereinzelung der Frauen. Denn: Nur Wohnungs-Inhaber/innen, die alleine in ihrer eigenen Wohnung der [lexicon]Prostitution[/lexicon] nachgehen, sollen von der geplanten Erlaubnispflicht ausgenommen sein. Der Trend wird somit in Richtung der durchaus unsicheren EIN-FRAU-WOHNUNGS-PROSTITUTION gehen.

      Das geplante neue Anti-Prostitutions-Gesetz, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr verabschieden will, ist der praktizierte General-verdacht gegenüber einer Berufsgruppe, die damit vielfältig stigmatisiert und rechtlich diskriminiert wird.

      Das wird nicht ohne Folgen bleiben für die Gesellschaft als Ganzes. Denn Prostituierten-Rechte sind immer auch Frauen-Rechte. Der liberale Umgang mit Sexualität gerät mehr und mehr ins Visier. Vermieter/innen alleinstehender Frauen mit häufig wechselndem „Herrenbesuch“ werden zu übergriffiger Kontrolle und zu Eingriffen in deren Privatsphäre animiert, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, in ihrem Haus gäbe es eine unerlaubte Prostitutionsstätte. Die 50er Jahre lassen grüßen!

      Eine Gesellschaft der zunehmenden staatlichen Bevormundung, des hysterischen Kontrollwahns und autoritärer Verbots-Politik ist in Sicht, wenn es nicht gelingt, Widerstand zu organisieren gegen die staatliche Repressionspolitik gegenüber Sexarbeiterinnen.

      Das hat sich unsere Organisation Doña Carmen zum Ziel gesetzt. Wir wenden uns gegen die geplante Rundum-Überwachung von Frauen in der [lexicon]Prostitution[/lexicon], wie sind dagegen, dass Sexarbeiterinnen zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden. Deswegen planen wir eine bundesweite ZENTRALE PROTESTAKTION gegen das neue Gesetz am Samstag, 13. Juni 2015, 5 vor 12 Uhr, auf dem Frankfurter Opernplatz.

      Wir sagen: Nein zur Repression gegen Sexarbeiterinnen!

      Wir fordern:

      Freie berufliche Betätigung in der Prostitution!
      Rechtliche GLEICHBEHANDLUNG statt diskriminierende
      SONDERBEHANDLUNG!

      Ihr seid alle eingeladen, diesen Protest zu unterstützen und am 13 Juni auf den Opernplatz zu kommen. Lasst die Sexarbeiter/innen nicht im Regen stehen! Kommt am 13. Juni! Jede von euch zählt!

      Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!


      donacarmen.de/?p=555
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    • Sex, Drogen, Alkohol, Spielsucht Die Geschichte einer Freiburger Prostituierten

      [lexicon]Sex[/lexicon], Drogen, Alkohol, Spielsucht
      Die Geschichte einer Freiburger Prostituierten


      "Ich arbeite nicht mehr als Prostituierte." – diesen Satz kann Susanne W. heute sagen. Wie die Mittzwanzigerin die Sexarbeit erlebt hat und wie ihr mit Hilfe der Beratungsstelle Pink der Ausstieg gelang, beschreibt sie im Porträt.


      Als Susanne W. (Name von der Redaktion geändert) diesen Satz sagt, klingt sie erleichtert: "Ich arbeite nicht mehr als Prostituierte." Prompt folgt die Bestätigung: "Ich bin ganz froh, dass ich da raus bin." Der Umgang im Milieu sei um einiges rauer geworden in den vergangenen Jahren – die guten Zeiten sind vorbei. "Früher wurde ich auf Händen getragen."

      Susanne W., Mitte 20 und Mutter mehrerer Kinder (wie viele, will sie zum Schutz ihrer Identität nicht sagen), hat ein gutes Jahrzehnt lang als Prostituierte gearbeitet – in großen und kleinen Bordellen, in Terminwohnungen, mit Zuhälter und auf eigene Faust; ein Großteil der Zeit in Freiburg, aber, wie es in der Branche üblich ist, auch in anderen Städten. Wenn sie davon spricht, hat man fast den Eindruck, als sei sie auch ein bisschen stolz auf das, womit sie so viel Geld verdient hat. Zugleich ist ihr klar, dass da was nicht so ganz stimmt mit ihr: "Ich habe eine gestörte Sexualität."

      Zehn Jahre lang hat Susanne W. als Prostituierte gearbeitet

      Anfang 2014 schaffte Susanne W. mit Hilfe der Beratungsstelle Pink den Ausstieg. Der Schritt, sich von der [lexicon]Prostitution[/lexicon] loszusagen, ist kein leichter: Viele Frauen wissen nicht, was danach kommt, womit sie künftig ihr Geld verdienen sollen. Susanne W. hat sich anfangs mit Aushilfsjobs über Wasser gehalten – im Supermarkt und an der Tankstelle. Mittlerweile verdient sie ihr Geld in einem Massagesalon. Allerdings in keinem gewöhnlichen, in den man geht, wenn der Rücken schmerzt oder der Nacken verspannt ist, sondern in einen mit erotischer Note – mit Ganzkörpermassage und "Happy End", wie das in der Branche so schön heißt.

      Solche Salons gibt es einige in der Stadt, zehn sind es aktuell, sagt Rathaussprecherin Edith Lamersdorf. Im Rathaus weiß man das, weil die Stadt seit 2013 eine Bordellsteuer erhebt und auch Erotikmassagesalons – sehr zu deren Verdruss – unter die Steuerpflicht fallen. Doch "Happy End" hin oder her: Erotikmassagen seien etwas völlig anderes, findet Susanne W. Ihre Beraterin von Pink ist über den Massagejob nicht sonderlich begeistert, lieber wäre ihr ein kompletter Ausstieg aus dem Sexgewerbe. Bis auf die Sehnenscheidenentzündung, die sie habe, weil der Arm so beansprucht werde, sei das Massieren viel unproblematischer als Geschlechtsverkehr gegen Bezahlung, sagt W.: "Ich muss keinen [lexicon]Sex[/lexicon] haben, ich muss nicht blasen und ich muss nicht küssen."

      Sie träumt von Schulabschluss und Ausbildung

      Doch auch mit dem erotischen Massieren will sie nur vorübergehend, vielleicht für zwei oder drei Jahre, ihr Geld verdienen: Im September wird sie, wenn alles gut läuft, ihren Hauptschulabschluss in der Tasche haben, dann will sie noch die Mittlere Reife draufsetzen und anschließend eine Ausbildung machen. Welchen Beruf sie erlernen will, weiß sie noch nicht. "Auf jeden Fall was Solides – nichts, was mit früher zu tun hat", damit habe sie abgeschlossen, versichert sie und erzählt, dass manchmal noch Bordellbetreiber bei ihr anrufen und sie überreden wollen, doch wieder einzusteigen.

      Mit zwölf Jahren – sie lebte damals in einem Heim für schwererziehbare Mädchen – lernte sie einen 40 Jahre älteren Mann kennen. Man habe sich im Freien auf einer Bank getroffen. "Der durfte mich gegen Bezahlung anfassen", erinnert sie sich. Sie habe aber schon bestimmt, was er machen durfte und was nicht. Er habe Gefühle für sie gehabt und mehr wollen, glaubt sie. Zum Geschlechtsverkehr sei es aber nie gekommen – "dazu wäre der aber auch gar nicht fähig gewesen." 50 Euro habe er ihr jedes Mal gegeben. "Als Heimkind war es ein Luxus, so viel Geld zu haben." Die Beziehung zu dem wesentlich älteren Mann scheint nicht unkompliziert gewesen zu sein – eine Achterbahnfahrt der Gefühle. "Der wollte mir den Hof vererben. Und ich wollte ihn mit dem Messer umbringen." Getan hat sie es nicht. Heute sagt sie: "Ich bin froh darüber." Aber gehasst habe sie ihn. "Ich war so überfordert."

      Susanne W. hatte schon früh einen Freund. Der habe von den Treffen mit dem älteren Mann gewusst und es toleriert. Als das junge Paar dann kein Geld mehr hatte, sagte ihr Freund zu ihr, sie solle anschaffen gehen. Sie tat es. 16 war sie damals. Wer ihre Kunden waren? Da sei alles dabei gewesen – vom Politiker und Firmeninhaber bis zum Normalbürger und vom Teenager bis zum Rentner. Einmal habe ihr ein 18-jähriger Freier einen Antrag gemacht. Doch mit Kunden eine Liaison einzugehen, sei nicht in Frage gekommen. "Diese Distanz habe ich immer gewahrt."

      Ein Freier wurde zum Freund – und dann zum Zuhälter

      Ihr Freund war ihr Zuhälter geworden. Man habe schon vernünftig mit ihm reden können, sagt die zierliche Frau, die in einer 3-Zimmer-Wohnung in einem unscheinbaren Mietshaus wohnt, "aber er war auch gewalttätig". Nach eineinhalb Jahren hatte sie genug. "Er hat viel zu viel Geld von mir verlangt, und ich habe nicht mehr eingesehen, für jemanden zu arbeiten. Das war richtig frustrierend." Ihrem Zuhälter gab sie fast alles, was sie verdiente, sie bekam von ihm aber nur Essen und Zigaretten. "Er sagte mir, ich sei zu jung und könne nicht mit Geld umgehen." Einen Zuhälter loszuwerden, ist für eine Prostituierte nicht einfach: Die einen flüchten und tauchen unter, die anderen kaufen sich frei. Susanne W. wählte letztere Variante. Sie vermittelte ihrem Ex-Freund und Zuhälter eine Nachfolgerin und zahlte 8000 Euro "Ablöse". Der Deal funktionierte, bis heute hat sie nichts mehr von ihm gehört.

      Das Freikaufen von ihrem Zuhälter war für W. jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Ausstieg aus der [lexicon]Prostitution[/lexicon]. Vielmehr arbeitete sie fortan auf eigene Faust, zunächst in einem Bordell im Industriegebiet Nord: "Der Laden war versifft und verschimmelt." Doch die Geschäfte liefen gut. Wie sonst konnte man so schnell so viel Geld verdienen? 1000 Euro am Tag seien normal gewesen. Wenn das Geschäft gut lief, sogar 1500. So viel Geld, sagt Susanne W., könne man heute in Freiburg nicht mehr verdienen, allenfalls noch 400 bis 500 Euro pro Tag – zu wenig, findet Susanne W. "Dafür mache ich die Beine nicht breit."

      Gewalt gehört zum Geschäft

      Sie habe immer in Bordellen gearbeitet, wo die Chefs sie beschützten. Dennoch habe auch sie gefährliche Situationen erlebt. "Ich wurde gewürgt. Ich habe Nein gesagt, und er wollte trotzdem." Sie habe ihm gesagt, dass sie "auf die Barrikaden gehe", wenn es weh tue. Zugleich sei da aber auch ein Reiz gewesen, zu testen, wie weit sie gehen kann. "Mittlerweile", sagt sie, "verspüre ich diesen Reiz nicht mehr so."

      Susanne W. weiß, dass sie in ihrem Leben viele Fehler gemacht hat. Mit 15 war sie das erste Mal schwanger. Ihre Kinder leben alle in Pflegefamilien. Eines hat eine Weile bei ihr gelebt. Inzwischen hat sie kapiert: "Es würde nicht gut gehen, ich habe solche Bindungsängste", die eigene Kindheit – sie war als Kind Opfer von Missbrauch – sei schuld daran, glaubt sie. Immerhin: Zu zwei Kindern hat sie ganz guten Kontakt. Von dem vielen Geld, das sie verdient hat, ist heute nichts mehr übrig. Schuld daran waren der Alkohol und ihre Spiel- und Drogensucht, das Kokain kostete sie Unsummen. Sie erinnert sich an Halluzinationen. Ohne die Drogen habe sie ihren Job nicht mehr ertragen. "Ich war süchtig nach alle, was mir einen Flash gegeben hat", sagt sie. Was sie nicht verzockte oder für Drogen ausgab, schmiss sie für sinnlose Einkäufe zum Fenster raus.

      Heute, mehr als ein Jahr nach dem Ausstieg, hat sie noch einen Berg Schulden, aber es geht langsam aufwärts. Einen Spielautomaten habe sie nie mehr angefasst, auch von den Drogen sei sie losgekommen. "Dafür bin ich kaffeesüchtig. Ich trinke 12 bis 14 Tassen am Tag." Ein zweites Laster sind die Zigaretten. "Ich lebe einfach. Mir geht es gut, ich fühle mich wohl", sagt Susanne W. "Ich habe aus allem gelernt und bin stärker geworden. Ich bereue nichts."

      Die Beratungsstellen Pink und Freija

      Es gibt in Freiburg zwei Beratungsstellen für Prostituierte: Pink, 2009 als bundesweites Modellprojekt ins Leben gerufen und vom Bund finanziert, berät Frauen, die aussteigen wollen, Freija kümmert sich Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Künftig will Pink das Angebot erweitern und zum Beispiel auch in anderen Fragen, etwa beim Thema Gesundheit, beraten.

      Laut Mitarbeiterin Simone Heneka setzt der Beratungsbedarf nicht erst beim Ausstieg ein. In jedem Fall sei er hoch, sagt Jochen Pfisterer, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Freiburg. Die Mitarbeiterinnen von Pink und Freija machen "aufsuchende Arbeit" – sie besuchen die Prostituierten an ihren Arbeitsplätzen. "Ob wir reinkommen, bleibt natürlich den Frauen überlassen", sagt Heneka. Beide Einrichtungen werden vom Diakonischen Werk getragen.

      Die Finanzierung für Pink ist Ende November 2014 ausgelaufen. Übergangsweise haben die Diakonischen Werke Baden und Freiburg die Finanzierung übernommen. Allerdings gehe dies nur vorübergehend, sagt Pfisterer. Die Stadt selbst hat keine Mittel in den Haushalt eingestellt. "Wir springen nicht überall ein, wo Dritte aufhören mit der Finanzierung", sagt Bürgermeisterin Gerda Stuchlik.

      Die Diakonie Freiburg hat bei der Stadt im Doppelhaushalt 2015/2016 einen jährlichen Zuschuss von 95 000 Euro beantragt. Mittlerweile haben sechs Fraktionen für den Doppelhaushalt zwischen 60 000 und 95000 Euro pro Jahr beantragt. Außerdem fördert das Land, das das Projekt bisher schon kofinanziert hat, Pink künftig mit jährlich 60 000 Euro. Auch Freija bekommt vom Land 60 000 Euro.

      badische-zeitung.de/frei....ituierten--102156699.html
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Mit den Frauen sprechen – “Rosen ins Bordell” ein voller Erfolg

      Mit den Frauen sprechen – “Rosen ins Bordell” ein voller Erfolg



      TRIER. Tanja Zerfaß, Sozialarbeiterin im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, Katja Sauer von der Trierer Aidshilfe und eine Bulgarische Sprachmittlerin trafen sich anlässlich des Weltfrauentages für eine besondere Aktion.

      Sie verteilten 130 Rosen, “Marteniza’s”, nach einem Brauch in Bulgarien und Rumänien ein kleiner Talisman für Gesundheit und ein langes Leben und Informationsmaterial zu sexuell übertragbaren Infektionen an die in der Prostitution tätigen Frauen.




      Der Welt-Frauen-Tag steht für die Gleichberechtigung und die Rechte der Frau
      Auch wenn die Frauenbewegung heute schon viel erreicht hat, gibt es nach wie vor Frauen, die am Rande der Gesellschaft leben, ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Dazu gehören auch Frauen, die in der Prostitution arbeiten. Viele von ihnen stammen nicht aus Deutschland und arbeiten hier fern ihrer Familien, um so den Hauptanteil des Familieneinkommens zu erwirtschaften.

      Tanja Zerfaß ist seit September als Sozialarbeiterin in der Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen im Gesundheitsamt Trier beschäftigt. Ein Ziel ist unter anderem die Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Sexarbeiterinnen und die Prävention von sexuell übertragbaren Erkrankungen.

      Die Sozialarbeiterin, oftmals auch in Begleitung einer bulgarischen Übersetzerin, besucht daher regelmäßig die Bordelle, Clubs, Wohnungen und die Straße und informiert über die Beratungsstelle und das gynäkologische Untersuchungsangebot.

      Eine Blume anlässlich des Weltfrauentages überreicht zu bekommen, kannten einige Frauen aus ihren osteuropäischen Heimatländern und sie freuten sich, dass die Geste auch in Deutschland Brauch ist. “Wir wollen den Frauen unsere Anerkennung und Wertschätzung aussprechen,” sagen die Sozialarbeiterinnen. “Wir wollen mit den Frauen sprechen und nicht über sie.”

      “Berührt hat uns das Lächeln jeder einzelnen Frau. Sie fühlten sich wirklich von uns geschätzt”.
      [Blockierte Grafik: http://www.sexworker.at/phpBB2/userpix/3731_rosen_ins_bordell_trier700x453_1.jpg]

      lokalo.de/artikel/88511/mit-frauen-rosen
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • TZ-Serie "Das Bahnhofsviertel" Der Rotlicht-Report

      TZ-Serie "Das Bahnhofsviertel"
      Der Rotlicht-Report


      München - Fernweh ist oft nicht die einzige Sehnsucht der Leute, die man rund um den Bahnhof trifft. Seit jeher finden sich in diesem Viertel die verschiedensten Rotlicht-Etablissements. Um die geht es in dieser Folge.


      Die Musik plätschert leise im Hintergrund. Tina Turner singt über das Städtchen Nutbush. Zwischendurch übertönt eine Reihe spitzer Schreie die Unterhaltung der Gäste an der Bar. Das dazugehörige, sehr fleischhaltige und rhythmisch bewegte Menü auf dem großen Monitor schräg über den beiden tief dekolletierten Bardamen nimmt kaum einer wahr. So was gibt’s auch daheim am Computer. Die hungrige Meute, meist mittleren bis fortgeschrittenen Alters, wartet auf ganz andere Action. Auf die echten Mädels, auf echte nackte Haut und Live-Tabledance. Willkommen im Club der Männer, die ganz offensichtlich ziemlich unter Druck stehen. Und die ordentlich dafür löhnen, das Etablissement ein paar Stunden später noch druckvoller wieder zu verlassen.

      Zumindest, wenn alles streng nach Recht und Gesetz geht. Denn auch im Bahnhofsviertel gilt die fast allgegenwärtige Münchner Sperrbezirks-Verordnung. Die besagt, dass „sowohl die Ausübung (Geschlechtsverkehr, Handmassage) als auch die Anbahnung … von entgeltlichen sexuellen Dienstleistungen“ verboten ist. Und das nicht nur in den schummrigen Separees in den einschlägigen Nachtclubs in der Schiller- oder Goethestraße, sondern auch in FKK-Clubs, Saunen, Massage-Praxen, Hotelzimmern oder bei Hausbesuchen in Privatwohnungen.

      Viel Luft für die (legale) Lust bleibt da im Dunstkreis des Hauptbahnhofs eigentlich nicht. Aber in der Praxis hat man als interessierter Beobachter nicht den Eindruck, dass sich die Vergnügungssuchenden da­ran wirklich ernsthaft stören würden. Man muss halt wissen, wo man hingehen muss. Und findet dann vielleicht in einem einschlägigen Kino mit pflegeleicht bezogenen Stühlen den einen oder die andere mit ähnlichen Interessen. Und wenn’s gleich ein paar Interessierte mehr sind, stört das die Beteiligten üblicherweise auch nicht groß. Sehen und gesehen werden: Auch das gehört dazu zum Amüsement im Bahnhofsviertel. „Wer das nicht mag, der soll halt daheim bleiben“, meint ein leicht angegrauter Münchner grinsend – und schaut gleich wieder zu, wie sich zwei bis vor wenigen Minuten Unbekannte verschiedenen Geschlechts ganz schnell ganz nahe kommen.

      Die Beamten vom Münchner Kommissariat K 35 (Menschenhandel, [lexicon]Prostitution[/lexicon], Zuhälterei) bekommen immer wieder mal Hinweise auf einschlägige Sittenverstöße. Immer wieder mal wird der eine oder andere Club durchsucht, werden etwa Abzockereien mit ausgespähten Scheck- oder Kreditkartendaten angezeigt. Oder werden, vor allem zur Wiesn-Zeit, Damen auf offener Straße mit noch offeneren Angeboten aufgegriffen. Doch im Prinzip ist die Szene im Bahnhofsviertel überschaubar und etwa im Vergleich zu Frankfurt oder Hamburg fast schon brav – das bestätigen auch die „seriösen“ Nachbarn, der Bezirksausschussvorsitzende Alexander Miklosy oder das Kreisverwaltungsreferat (KVR). Seit den Säuberungs- und Verbotsaktionen des früheren KVR-Chefs Peter Gauweiler (CSU) ist das Geschäft mit der Lust relativ leicht in einigermaßen geordneten Bahnen zu halten.

      Solo-Kabinen, Porno-Filme, [lexicon]Striptease[/lexicon] und mehr oder weniger erotisch wirkende und textilarme Verrenkungen an der Tanzstange: Wer das im Bahnhofsviertel erleben will – und vielleicht auch noch ein bisschen mehr –, muss einigermaßen bei Kasse sein. Weit verbreitet ist das Gutschein-System: Der Eintritt in ein Pärchen- und Single-Kino kostet beispielsweise 15 bis 17 Euro, dafür gibt es zwei Softdrinks an der Bar oder vor der Leinwand. Das übrige Programm gestaltet der Zufall – oder eine Verabredung über ein einschlägiges Dating-Portal. Zehn Euro Eintritt verlangt etwa ein Club an der Goethestraße, einen Tabledance können die Gäste ab 30 Euro buchen. Getränke gehen extra – 0,33 Liter Bier für 5,50 oder ein 0,75 Liter-Fläschchen Louis Roederer Cristal Rosé zu 1450 Euro.

      Wenn’s ein bisschen mehr sein darf, kann der Gast zum Beispiel in einem Club in der Schillerstraße die durstigen Damen mit sechs Litern Schaumwein für 3510 Euro bei Laune halten. Und in einer Bar freut sich das charmante Personal über ein Gläschen Prosecco für 38 und noch viel mehr über eines mit Champagner für 70 Euro.

      Was diese Investitionen außer einem immer leereren Geldbeutel im Normalfall einbringen, beschreibt das Internet-Portal Toytown Germany in seiner Ratgeber-Rubrik „Strip-Clubs und Bars mit Striptease-Shows in München“ so: „Die Mädchen bieten Dir einen privaten Tanz an. Dafür musst Du ihnen einen teuren Drink kaufen. Dann holen sie Dich hinter einen Vorhang für – einen privaten Tanz. Und für sonst gar nichts …“

      So sündig war es früher
      +
      © Gebhardt

      Die Bilder schwarz-weiß, die Fantasien umso bunter … Im Jahr 1976 machte Rotlicht-Größe ­Walter Staudinger (73) die erste Peepshow ganz Europas auf – hier bei uns in München, an der Bayerstraße. Wer nicht bloß sehen, sondern auch tun wollte, konnte in den Leierkasten (damals noch an der Zweigstraße, quer zur Bayerstraße) gehen. Als die Polizei die Prostituierten an der Ausübung ihres Gewerbes hinderte, gab’s spontane Demos.

      Nur schauen...

      Was ist im Sperrbezirk eigentlich (noch) erlaubt? In Strip- oder Animierbars dürfen die Damen mit den Gästen zum „privaten Tanz“ in ein Separee gehen. Werden sie bei mehr persönlicher Zuwendung ertappt, steht Ärger ins Haus. Beim ersten Mal geht es mit einem 300-Euro-Bußgeld noch ziemlich glimpflich ab. Wer einschlägig vorbelastet ist, begeht eine Straftat, für die der Richter sogar eine Haftstrafe verhängen kann. Schwieriger ist die Strafverfolgung nach der Erfahrung der Behörden bei verbotener [lexicon]Prostitution[/lexicon] in Privatwohnungen oder Massage-Salons. Dass [lexicon]Sex[/lexicon] zum Geschäftskonzept gehört, lässt sich den Ertappten oft nicht nachweisen – und die Ver- oder Untermieter zeigen sofort die Hausordnung vor, in der das natürlich alles ausdrücklich verboten ist.

      tz.de/muenchen/stadt/tz....licht-report-4864167.html
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Kommentar zu aus der Deckung von Ann-Katrin Mueller Spiegel-142015/

      Kommentar zu aus der Deckung von Ann-Katrin Mueller Spiegel-142015/

      In der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL (14/2015) schreibt die Journalistin Ann-Katrin Müller über “dubiose Verbände”, die sich “gemeinsam mit Bordellbetreibern” “gegen Regeln für die Sexbranche” einsetzten – und versucht so unter anderem auch den BesD zu diskreditieren. Diese Vorgehensweise ist nicht neu. Wer sich gegen Berufsverbote (wie zum Beispiel die Beibehaltung der Sperrbezirke) und diskriminierende Sondergesetze, und für Arbeitsrechte von Sexarbeiter_innen einsetzt, wird von Sexarbeitsgegnern gern als Teil einer imaginären “Zuhälterlobby” dargestellt – und seien es renommierte internationale Hilfsorganisationen für Opfer von Menschenhandel, die europäischen AIDS-Hilfen oder der Deutsche Frauenrat.

      Wie Ann-Katrin Müller schlecht recherchiert, Fakten verdreht, Zitate aus dem Zusammenhang reisst und auch nicht davor zurückschreckt, die Beschreibung der Bekleidung ihrer Interviewpartner frei dem gewünschten Klischee anzupassen, stellen Fabienne Freymadl (BesD) und Holger Rettig (UEGD) in ihren persönlichen Stellungnahmen dar.

      Warum der BesD die derzeitigen Pläne der Koalition zu einem “Prostituiertenschutzgesetz” weit überwiegend für ungenügend bis kontraproduktiv hält, haben wir bereits in einer separaten Stellungnahme ausgeführt. Was wir stattdessen an gesetzlichen Änderungen für sinnvoll halten, ist in unseren Forderungen nachzulesen.

      Dass sich politische Forderungen von Sexarbeiter_innen mit Forderungen von Bordellbetreiber_innen oder auch von Sexarbeits-Kunden in einigen (bei weitem nicht in allen!) Punkten überschneiden, ist wenig überraschend, denn sie alle teilen einen realistischen Einblick in die tatsächlichen Probleme und Bedürfnisse der verschiedenen Protagonisten in der Branche. Eine “Regulierung” von Betrieben, die in der Praxis tatsächlich vielmehr der “Prostitutionseindämmung” nach kommunaler Willkür dient, schadet beispielsweise nicht nur den Inhabern der wegregulierten Bordelle, sondern auch den Sexarbeiter_innen, die ihrer Optionen beraubt in den wenigen verbleibenden Betrieben umso weniger leicht mit den Füßen abstimmen können, wenn die Arbeitsbedingungen zu wünschen übrig lassen. Ein Vergleich mit dem Arbeitskampf und den damit einhergehenden Konflikten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in anderen Branchen hinkt insofern, als dass Sexarbeiter_innen so gut wie nie angestellt arbeiten, sondern sich lediglich als Selbständige in die Infrastruktur eines Betriebes einmieten, oft nur für kurze Zeit. Ausserdem gibt es in keiner anderen Branche ein vergleichbares Stigma, alltägliche Diskriminierungen und unvorhersehbare rechtliche Stolpersteine, denen alle Beteiligten auf die eine oder andere Weise ausgesetzt sind.

      Wenn Verbände von Sexarbeiter_innen, Verbände von Bordellinhaber_innen, das Bündnis der Fachberatungsstellen, der Deutsche Frauenrat, der Deutsche Juristinnenbund, die Deutsche AIDS-Hilfe oder die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit in vielen Kritikpunkten an einem geplanten Gesetz zur Sexarbeit übereinstimmen, dann wäre eine mögliche Schlussfolgerung durchaus, dass diese Kritik berechtigt ist. Eine Verschwörungstheorie, nach der all diese Organisationen von Bordellbetreibern unterwandert oder gekauft sind, macht dagegen vielleicht mehr Auflage, dient aber ansonsten ausschließlich der Agenda derjenigen, die Sexarbeit in jeder Form am liebsten ganz abschaffen würden.

      Ein häufig von Sexarbeitsgegnern verwendetes Stilmittel, das auch Ann-Katrin Müller versucht anzubringen, ist die angebliche Dichotomie von selbstbestimmter und dabei sich selbst verwirklichender Sexarbeiterin (“Freymadl grinst. Sie hat die Oberhand, so soll es wirken. Es ist ihr Geschäftsmodell: Freymadl ist Domina.”) auf der einen, und dem hilflosen Opfer (“Sie habe sich in den falschen Mann verliebt, er habe sie in die Branche gebracht, sagt sie. Wenn man einmal in dem Job sei, dann gelinge der Ausstieg nur schwer. “Ich kenne niemanden, der den Beruf aus Spaß oder sexueller Erfüllung heraus macht”, sagt Luisa.”) auf der anderen Seite.

      Dass Betroffene von Menschenhandel, krimineller Ausbeutung oder Armut auf diese Weise gegen Sexarbeiter_innen ausgespielt werden, die mit ihrem Job zufrieden sind, ist tragisch, denn es schadet beiden – genauso wie dem großen Feld dazwischen, das gern ignoriert wird, weil in einer differenzierten Betrachtung weder Verschwörungstheorien noch pornographisch-detaillierte Schilderungen sexuellen Missbrauchs einen Platz haben. “Das ist als würde man glückliche Ehefrauen für das Leid jener Ehefrauen verantwortlich machen, die Gewalt erfahren. Das ist so, als würde man Frauen, die Spaß am [lexicon]Sex[/lexicon] haben, für die [lexicon]Vergewaltigung[/lexicon] anderer Frauen verantwortlich machen.”, schreibt Sonja Dolinsek für das Online-Magazin menschenhandel heute. Tatsächlich widersprechen sich Rechte für Betroffene von Menschenhandel und Rechte für Sexarbeiter_innen dagegen in keinster Weise, ganz im Gegenteil.

      Ann-Katrin Müller opfert in ihrem Artikel unter dem Vorwand eines angeblich nötigen paternalistischen “Schutzgedankens” die Belange aller in der Branche Tätigen einer sexarbeitsfeindlichen Ideologie. Eine inzwischen traurige Tradition des SPIEGEL, der in der Vergangenheit beim Thema Sexarbeit bereits mehrfach durch “Journalismus auf Lücke” glänzte.

      berufsverband-sexarbeit.de/kom…n-mueller-spiegel-142015/
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    • ZerrSPIEGEL: Die Angst der Medien vor der Wahrheit

      ZerrSPIEGEL: Die Angst der Medien vor der Wahrheit

      Zwei Sexarbeiterinnen im Gespräch über den Artikel „Aus der Deckung“ der SPIEGEL-Journalistin Ann-Katrin Müller


      Alle Jahre wieder

      Die Journalistin Ann-Katrin Müller scheint aus dem Fiasko der SPIEGEL-Titelgeschichte „Bordell Deutschland“ (SPIEGEL 22/2013) keine Lehren gezogen zu haben, oder vielleicht weiß sie schlicht um die Macht des Magazins, für das sie schreibt. Bis heute wird der damalige SPIEGEL-Bericht international sowohl von Politiker*innen als auch von Prostitutionsgegner*innen als vermeintlicher Beweis dafür angeführt, dass die deutsche Prostitutionsgesetzgebung zu einem Anstieg des Menschenhandels geführt habe, obwohl die verfügbaren Zahlen des Bundeskriminalamts das Gegenteil belegen.

      Der SPIEGEL wirbt mit dem Slogan „Keine Angst vor der Wahrheit“, doch bis die Leser*innen diese erfahren dürfen, scheint es noch eine Weile zu dauern. Nach der Veröffentlichung des Artikels erschienen schnell drei Gegendarstellungen, darunter auch eine vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD), in dem aktive und ehemalige Sexarbeiter*innen organisiert sind.

      Im folgenden Interview erläutern die Sexarbeiterinnen Melanie (vom Projekt Voice4Sexworkers) und Fraences ihre Reaktion auf die neuerlichen Falschdarstellungen des SPIEGELs und die Wahrheiten, vor denen Ann-Katrin Müller offenbar Angst hat.
      Interview

      Research Project Germany: Was war Eure erste Reaktion auf den Artikel?

      Fraences: Als ich die Überschrift las, und den Kommentar von jemandem, „Oh das wird lustig.“, dachte ich mir gleich, das wird bestimmt nicht lustig mit dem SPIEGEL.

      Melanie: Ich war erst einmal sprachlos. Zuerst hab ich es gar nicht so ernst genommen, weil ich auch noch nicht den kompletten Artikel kannte. Aber kurze Zeit später trudelten die ersten gescannten Exemplare ein und ich war nur noch geschockt. Wie kann man nur so lügen und das ganze noch als „Wahrheit“ verkaufen? Und wie kann man sich überhaupt noch auf ein Gespräch mit dem SPIEGEL einlassen, nach allem was da schon vorgefallen ist?

      Siehe „Bordell Deutschland: Journalismus auf Lücke“

      Fraences: Auch wenn man denken mag, die damalige SPIEGEL-Titelgeschichte ist lange her, so wird sie doch noch immer von Politikern benutzt, um Stimmung gegen Sexarbeit zu machen. Sowohl der Uhl* im Bundestag als auch Parlamentarier in Kanada haben die Story als Beweis angeführt, aber gegenteilige Aussagen von Sexarbeiterinnen und Wissenschaftlern ignorieren sie.

      *Hans-Peter Uhl ist Mitglied der Bundestagsfraktion der CDU/CSU und setzt sich für ein verschärftes Prostitutionsgesetz ein.

      RPG: Welche Punkte im Artikel von Ann-Katrin Müller seht Ihr als problematisch an?

      Fraences: Das fängt schon im ersten Satz an: „Dubiose Verbände … gemeinsam mit Bordellbetreibern“, und dann folgt die Beschreibung von Fabienne. Beides dient nur dazu, Sexarbeiterinnen und unsere Organisationen zu diffamieren.

      Müller behauptete, Freymadl hätte ein durchsichtiges Oberteil und darunter einen schwarzen [lexicon]BH[/lexicon] getragen. In ihrer Reaktion schrieb Freymadl: „Ich trug Jeans und Pullover. Ich bewundere Ihre Imagination, dass Sie sich vorgestellt haben, ich trüge ein durchsichtiges Oberteil. Aber so ist das ja mit meinem Beruf, wenn Protagonisten brav und langweilig daherkommen, dann erfindet man ein paar pikante Details.“

      Melanie: Der Artikel ist voller Lügen. Wer einen Blick auf die Forderungen des BesD wirft, kann sehen, dass Müllers Ausführungen nicht stimmen. Und überhaupt kämpfen die Hurenverbände schon seit langem für weitaus mehr als das, auf was Müller es zusammengekürzt hat. Über die umfassenden Forderungen der Hurenbewegung von damals, und was bis heute von ihnen umgesetzt wurde, hat Voice4Sexworkers am Welthurentag im vergangenen Jahr einen Beitrag von Fraences veröffentlicht.

      Müller behauptete, „alle drei Verbände“ seien der Meinung, „dass Deutschland so wenig Regulierung wie möglich brauche“, und fügte an: „Offenbar geht es den Prostituiertenverbänden nicht nur um die Belange der Huren.“

      Fraences: Dass alle Verbände gleicher Meinung seien und für weniger Regulierung einträten, ist schlicht erfunden. Aber Müllers Zusammenfassungen und Auslassungen sind generell problematisch. Wenn man Müller glauben würde, ginge es beim Menschenhandelsparagraphen nur um verschleppte Opfer, die gezwungen werden, in Bordellen anschaffen zu gehen. Doch der Paragraph umfasst viel mehr als das, und Müller verstärkt so die falschen Vorstellungen in der Gesellschaft. Kein anderes Gewerbe wird gesondert im Strafrecht geregelt, um Straftaten zu verfolgen. So wird in der öffentlichen Wahrnehmung und Berichterstattung der Anschein erweckt, das Prostitutionsgewerbe sei ein Hort organisierter Kriminalität, obwohl offizielle polizeiliche Kriminalstatistiken zeigen, dass Verbrechen im Prostitutionsgewerbe drastisch gesunken ist.

      Siehe §232 und §233 des Strafgesetzbuchs (StGB). Weitere Paragraphen die [lexicon]Prostitution[/lexicon] betreffend: Art. 297 Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch (EStGB), §180a, §181a, §184f und §184g StGB, §119 und §120 OWiG, sowie §55 AufenthG Abs. 2 Nr. 3.

      Mich nervt auch, wie die Schwesig* dargestellt wird, die, laut Müller, keineswegs die [lexicon]Prostitution[/lexicon] wie in Schweden verbieten will. Das Schwedische Modell, das übrigens auch dort nicht funktioniert, wäre in Deutschland eh nicht umzusetzen, deshalb setzen Schwesig und andere auf eine Prostitutionsverhinderungspolitik und auf Abschreckung. Durch die Reduzierung der legalen Arbeitsplätze wird Sexarbeiterinnen das Leben erheblich erschwert, denn die sich bereits anbahnende Monopolisierung in der Branche geht, wie in anderen Berufen, zu Lasten unserer Rechte.

      *Manuela Schwesig ist stellvertretende Parteivorsitzende der SPD und Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

      RPG: Wie steht Ihr zu der Behauptung des SPIEGELs, der Unternehmerverband UEGD sei an der Gründung des BesD beteiligt gewesen, und zu der Behauptung des UEGD, Sexarbeiterinnen bei der Gründung moralisch unterstützt zu haben?

      Melanie: Das ist der größte Quatsch, den ich je gehört habe. Ich selbst habe noch eine Email vom Rettig* vorliegen, in der er Vorbehalte äußerte, eine Unterstützung anbetreffend. Auf weitere Emails reagierte er nicht. Da ging es um eine Anfrage von mir an ihn vor ca. zwei Jahren, ob er Interesse daran hätte, sich mit uns zusammenzusetzen, um Qualitäts- und Arbeitsstandards auszuarbeiten. Er hat uns mehr oder weniger nicht ernst genommen. Gesehen hab ich ihn noch nie und sonderlich hilfreich sind seine Aussagen auch nicht. Er tritt ja auch für die Erlaubnispflicht ein, was im krassen Gegensatz zu unserer Einstellung steht.

      *Holger Rettig ist Vorstandsvorsitzender des Bordellbetreiberverbands UEGD.

      Fraences: Rettigs Bordellgenehmigungsentwurf ist eine Kopie des Entwurfs eines Anwalts, der im Auftrag eines Betreibers entstand, und der vom Gaststättengesetz abgeschrieben und dann für Bordellbetriebe umgestaltet wurde. Den hat Rettig eins zu eins übernommen. So weit zu seinen tollen Inputs.

      Der Rettig hat überhaupt nichts zur Gründung des BesD beigetragen. Er war bei den 1. Prostitutionstagen in Frankfurt schlicht anwesend, als Johanna* und ich zu einem ersten Kooordinierungstreffen aufriefen, um einen Verband zu gründen und Widerstand gegen die Konzessionierung zu organsieren. Danach hab ich niemals wieder was von Rettig gehört und um den UEGD wurde es still.

      *Johanna Weber ist Sexarbeiterin und eine der beiden politischen Sprecherinnen des BesD.

      Melanie: Ja genau, aber um das noch mal klarzustellen, der Rettig war definitiv nicht bei der Gründung dabei, und das wäre eh nicht möglich gewesen, da er nie aktiver Sexarbeiter war. Zum Sexarbeitskongress im Herbst letzten Jahres, zu dem er eingeladen war und wo er referieren sollte, ist er auch nicht erschienen.

      RPG: Stichwort Sexarbeitskongress. Könnt Ihr Stellung nehmen zu der Behauptung, Eva Högl* sei dort als „Nazi“ beschimpft worden? Und was genau ist bei Manuela Schwesigs Besuch in Nürnberg vorgefallen?

      *Eva Högl ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied des Deutschen Bundestages.

      Fraences: Ich war leider gerade draußen, als der Stress losging, aber ich weiß, dass der Gerd die Högl daran erinnert hat, dass es eine Registrierung von Sexarbeiterinnen in Deutschland zuletzt unter den Nazis gab, was richtig ist. Noch nicht einmal mit dem Bockschein unter dem Geschlechtskrankheitengesetz von 1953 hat man Prostituierte registriert.*

      *Gerhard Walentowitz ist Wissenschaftler und Mitglied der Sexarbeiter-Organisation Doña Carmen e.V. Er beschäftigt sich intensiv mit der deutschen Prostitutionsgesetzgebung. Als Bockschein wurde das amtsärztliche Gesundheitszeugnis bezeichnet, das Sexarbeiter*innen bis zum Jahr 2000 regelmäßig vorweisen mussten. Die Bezeichnung ergab sich aus dem Bock, dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl.

      Melanie: Ich war in dem Moment auch ein wenig geschockt, aber als sich das kurze Streitgespräch zwischen Gerd und Eva Högl entwickelte, in dem sie ihn wutentbrannt aufforderte, seine Vorwürfe zurückzunehmen, herrschte eher großes Schweigen. Wer Müllers Artikel liest, muss aber denken, ein Mob von Sexarbeiterinnen des BesD hätte Frau Högl angegriffen, und das ist Quatsch, denn Gerd ist weder Sexarbeiter noch Mitglied beim BesD. Vergessen werde ich in dem Zusammenhang nie Eva Högls Aussage, sie bräuchte keine Geschichtsbücher und wen denn heute die Geschichten von damals interessieren würden.

      RPG: Ich las auch, dass Eva Högl damals sagte, in dem sie sich auf die Sexarbeiter*innen bezog, für die das Prostituiertenschutzgesetz gedacht sei, “Keine von denen sitzt heute hier.” Was ist Eure Reaktion darauf?

      Fraences: Wut über so eine ignorante und arrogante Einstellung. Ich habe mich echt gefragt, ist die so doof oder tut sie nur so? Und als es um die Erklärung der Meldepflicht ging, da wollte sie uns als Juristin erklären, dass diese für alle Bürger gelte, wobei sie dann die Sozialversicherungspflicht nannte, und die Pantel* die Meldepflicht beim Einwohnermeldeamt oder die Gewerbeanmeldung. Ich konnte das nicht fassen, dass die den Unterschied nicht wissen. Und solche Leute regieren unser Land! Das kann echt nicht wahr sein. Allerdings nehme ich denen nicht ab, dass die den Unterschied wirklich nicht wissen. Ich glaube vielmehr, dass sie sich das als „gutes Argument“ zurechtgelegt haben für diejenigen, die sich mit der Materie nicht auskennen. Bei der Registrierungspflicht für Sexarbeiter geht es um eine Anmeldung bei der Polizei! Wer behauptet, dass entspräche einer allgemeinen Bürgerpflicht, lügt.

      *Sylvia Pantel ist Mitglied des Bundestags für die CDU/CSU-Fraktion. Pantel spricht sich für eine Anhebung des Mindestalters für [lexicon]Prostitution[/lexicon] von 18 auf 21 Jahren aus sowie für die Einführung einer ordnungsbehördlichen Erlaubnispflicht von Prostitutionsstätten und verpflichtende Gesundheitsuntersuchungen für Sexarbeiter*innen.

      Melanie: Ja, absolute Wut. Als die Högl den Satz brachte, ging ein großer Aufschrei durch den Saal. Die drehen es immer so wie sie es gerade brauchen. Mal sind wir die Prostituierten, um für „Opferzahlen“ herhalten zu dürfen, dann sind wir wieder keine Prostituierten, damit man uns aus der Diskussion ausschließen kann. Niemand im Saal hat die Högl als „Nazi“ beschimpft, und der Beifall, den es an einer Stelle gab, galt lediglich dem Satz von Gerd, dass es 1939 eben schon einmal eine Meldepflicht für Sexarbeiterinnen gab. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen? Insgesamt lassen ihre Aussagen und ihr Verhalten beim Sexarbeitskongress tief blicken.

      RPG: Und was passierte bei der Protestaktion in Nürnberg?

      Melanie: Die Aktion in Nürnberg war sehr spontan und wurde innerhalb von nicht einmal 24 Stunden organisiert. Bewusst hatte ich dafür nicht innerhalb des BesD aufgerufen, sondern nur mir bekannte Kolleginnen angesprochen. Das Ganze war also eine Aktion von Voice4Sexworkers und nicht von irgendjemand anderem. Im Gegenteil: von Kolleginnen des BesD erhielt ich an dem Morgen noch SMS und Emails, ich solle die Aktion doch lieber absagen oder abschwächen.

      Wir haben in Nürnberg mit großen Schildern genau auf genau dieses Gesetz von 1939 hingewiesen. Davon gibt es auch Fotos. Das Wort „Nazi“ war weder auf unseren Schildern, noch fiel es verbal, und erst recht nicht haben wir Frau Schwesig mit Nazis verglichen. Ich denke, wenn dem so gewesen wäre, hätten die Medien damals sicher darüber berichtet, denn die waren in großer Zahl vor Ort. Generell finde ich diese Nazi-Vergleichs-Vorwürfe gegen uns ätzend. Damit wird nur versucht, unsere Argumente zu entkräften und vom eigentlichen Thema abzulenken.

      RPG: Müller schreibt, dass nur eine verschwindend geringe Anzahl von Sexarbeiter*innen in Verbänden organisiert sei und man „kaum von einer Interessenvertretung aller Huren“ sprechen könnte. Was ist Eure Reaktion zu dieser Behauptung?

      Fraences: Auf der einen Seite stimmt das leider, aber der BesD ist ja auch im Aufbau. Hinzu kommt, dass der überwiegende Teil der Sexarbeiterinnen einfach in Ruhe ihr Geld verdienen will. Außerdem gab es vom Ministerium von jeher wenig Aufklärung über das Gesetz. Das einzige Infomaterial ist das, was Stefanie Klee* mit Unterstützung vom Ministerium als Broschüre herausgebracht hat.

      *Stephanie Klee ist Sexarbeiterin und Aktivistin, die sich seit Anfang der 1970er Jahre für die Rechte von Sexarbeiterinnen einsetzt. Sie ist Mitbegründerin des Bundesverbands Sexuelle Dienstleistungen (BSD), nicht zu verwechseln mit dem BesD, in dem ausschließlich aktive oder ehemalige Sexarbeiter*innen organisiert sind.

      Dass migrantische Sexarbeiterinnen bei uns bisher nur wenig in Erscheinung getreten sind liegt auch daran, worauf Klaus* immer hinweist, dass es nämlich kaum Aufklärung und Einbindung von Migrantinnen gibt. Wenn sie nicht ins „Opferschema“ passen, werden sie ausgeschlossen. Die meisten migrantischen Sexarbeiterinnen haben ihren Lebensmittelpunkt in ihren Heimatländern und sind oft nur für einige Monate oder wenige Jahre hier, um sich mit ihren Ersparnissen später etwas daheim aufzubauen.

      *Klaus Fricke ist Mitbetreiber des Haus9 in Bremen, in dem Sexarbeiter*innen Verrichtungszimmer mieten können, und Mitinitiator des Projekts Ne-RO-In, das Informationen für migrantische Sexarbeiter*innen anbietet.

      Melanie: Was die Arbeit und die Mitgliederwerbung des BesD so schwer macht, ist schlicht und ergreifend auch, das die finanziellen Mittel sowohl dafür als auch für die Aufklärung und aufsuchende Arbeit fehlen. Die meisten da draußen haben noch gar nichts von der momentanen Diskussion über ein neues Gesetz mitbekommen, geschweige denn haben sie je vom Berufsverband gehört. Die leben immer noch in ihrer kleinen „heilen“ Welt und ahnen nicht, welche Apokalypse bald über die deutsche Pay6-Branche hereinbrechen wird.

      RPG: Stichwort Stefanie Klee. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen dem BesD und dem BSD?

      Fraences: Der BSD ist schon seit seiner Gründung überwiegend ein Betreiberverband, der sich für die Konzessionierung ausspricht, weil sie sich dadurch mehr Rechtssicherheit versprechen.* Ich finde das schwierig, denn einerseits sprechen sie sich gegen die Meldepflicht von Sexarbeitern aus, aber eine Konzessionierung würde eine indirekte Meldepflicht nach sich ziehen. Gemeinsamkeiten sind beispielsweise vorhanden bei unserer Ablehnung von Zwangsuntersuchungen, einer Kondompflicht, einem Verbot von Flatrate-Gangbang-Parties, einer Sonderbesteuerung, und Sondergesetzen für die [lexicon]Prostitution[/lexicon] im Strafrecht, Ausländerrecht und in den jeweiligen Polizeigesetzen.

      *Siehe Gesetzesvorschläge des BSD

      Die großen Betreiber sind eher für eine Kondompflicht, auch wenn sie teils zugeben, so etwas gar nicht kontrollieren zu können. Der Lobscheid vom Pascha Köln* hat sich nicht nur für eine Kondompflicht, sondern auch für Zwangsuntersuchungen ausgesprochen. Damit steht er nicht allein. Viele Betreiber sind für Zwangsuntersuchungen, genauso wie die Freier.

      *Armin Lobscheid ist Geschäftsführer von Europas größtem Bordell, dem Pascha in Köln.

      RPG: Wie würdet Ihr allgemein die Berichterstattung über Sexarbeit in den Medien beurteilen?

      Melanie: Ich mag ja den Begriff „Lügenpresse“ nicht, aber beim SPIEGEL trifft er leider immer wieder zu. Bevor ich mit der Presse spreche, nutze ich lieber meine eigenen Medien, wo unsere Worte nicht verdreht werden und nicht die wichtigsten Aspekte weggelassen werden.

      Fraences: Man muss gegenüber der Presse immer im Kopf behalten, das sie keine Unterstützer sind im Kampf für unsere Rechte und eine Gleichstellung mit anderen Branchen, sondern dass sie einfach nur reißerische Themen haben wollen, weil Normalität in der [lexicon]Prostitution[/lexicon] ihnen keine Auflagen bringt. Den Medien geht es meist nicht um Information, sondern um Meinungsbildung. Es soll Stimmung gemacht werden für mehr Kontrolle und gegen [lexicon]Prostitution[/lexicon].

      RPG: Zählt Ihr Euch zur revolutionären Basis?

      Melanie: Nö, das klingt abwertend. Wir wissen schon sehr genau, was wir tun, und müssen uns nicht vor irgendjemandem rechtfertigen.

      RPG: Vielen, vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Ich hoffe, Ihr trefft auch manchmal auf ehrliche Journalist*innen. Es gibt sie noch.


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    • Stuttgarter des Jahres Wärme schenken im kalten Milieu

      Stuttgarter des Jahres
      Wärme schenken im kalten Milieu

      Von Julia Barnerßoi 31. März 2015 - 11:43 Uhr

      Barbara Hürttle arbeitet seit fast 20 Jahren im Prostituiertencafé La Strada im Leonhardsviertel. Dafür ist sie nun mit dem Ehrenamtspreis „Stuttgarter des Jahres“ ausgezeichnet worden.


      Stuttgart - Mittlerweile schockt Barbara Hürttle fast nichts mehr. An das Leid und die Armut der Prostituierten, die sie im Café La Strada im Leonhardsviertel betreut, hat sie sich zwangsweise gewöhnt. Auch an den Anblick, wenn die Frauen mit blauen Augen oder anderen Spuren von Schlägen ihrer Zuhälter in die Anlaufstelle kommen. Und doch wird die selbstsichere und beherzte Frau sehr leise, wenn sie sich an die ein oder andere Geschichte aus ihrer langen Zeit als Ehrenamtlerin erinnert.

      Da war zum Beispiel vor Jahren „dieses junge und bildhübsche Mädchen“, erzählt Hürttle. Es war den Drogen verfallen, musste anschaffen, um sich die Sucht zu finanzieren. Hürttle erinnert sich, dass ihre Eltern regelmäßig im Café anriefen, um zu fragen, ob ihre Tochter überhaupt noch lebe. „Nicht auszumalen“, sagt die 63-Jährige, die zwei Kinder hat, und schüttelt den Kopf. Vor einem Jahr kam das einst so hübsche Ding nach langer Zeit wieder in die Einrichtung an der Jakobstraße. „Als alte Frau, runtergekommen, ohne Zähne“, berichtet Hürttle. Sie hat es nicht geschafft, von den Drogen loszukommen.

      Junge Frauen werden zur [lexicon]Prostitution[/lexicon] gezwungen

      Die Frauen von Alkohol und Drogen wegzubringen oder sie gar beim Ausstieg aus der [lexicon]Prostitution[/lexicon] zu begleiten, sei natürlich das hehre Ziel, sagt Barbara Hürttle. Ihre Aufgabe als Ehrenamtlerin sei es aber vor allem, den Gästen kurzfristig und unmittelbar zu helfen – sei es mit Kleidung, einem Essen oder nur einer freundlichen Geste. Das tut Hürttle seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten. Ein Engagement, das Anerkennung verdient, wie in Hürttles Fall gleich zwei Bekannte finden. Unabhängig voneinander haben Marlies Franz und Birgit Henzler die einstige Lehrerin für den Stuttgarter des Jahres vorgeschlagen. „Für mich ist sie mit ihrem umfassenden Engagement ein echtes Vorbild“, sagt die La-Strada-Kollegin Henzler. Und tatsächlich ist Hürttle eine von zehn Gewinnern, die am 23. März in den Wagenhallen für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt worden sind. Die Stuttgarter Versicherungsgruppe und die Stuttgarter Zeitung hatten den Preis ausgelobt, der mit je 3000 Euro dotiert war.

      An vier Abenden in der Woche ist das Café für Frauen geöffnet, an einem ist ein Arzt da. An zwei weiteren Tagen ist die Einrichtung als Café Strich-Punkt Anlaufstelle für [lexicon]Stricher[/lexicon]. Träger sind die Caritas, das Gesundheitsamt, die Aids-Hilfe und der Verein zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen Schwierigkeiten. Die Prostituierten bekommen Getränke und ein warmes Essen kostenlos, ebenso Kondome und gespendete Kleidung. „Vor allem können sich die Frauen aber ausruhen, sich vom Stress auf der Straße erholen“, sagt Barbara Hürttle. Ins La Strada kommen keine reichen Edelhuren aus Bordellen. „Das sind junge Mädchen aus Osteuropa, die in ihrer Heimat von Männern geködert wurden“, erzählt Hürttle. Oft werde sie gefragt, warum sie Spenden für Prostituierte sammle, die würden doch gut verdienen. Zwangsprostitution unter einem brutalen Zuhälter sei wahrlich nichts zum reich werden, weiß es Hürttle besser.

      Die Arbeit der Ehrenamtlichen im La Strada habe sich über die knapp 20 Jahre verändert, erzählt Hürttle. Nicht nur weil der Treffpunkt vor fünf Jahren aus „einem Kellerloch“ in neue, helle Räume gezogen sei. Früher sei der Draht zu den Prostituierten enger gewesen. „Wir haben uns über Frisuren unterhalten oder die Familie, Alltägliches eben“, sagt Hürttle. Die Frauen damals waren nach Jahren im Gewerbe meist robuste Charaktere. Heute werden junge Mädchen angeschleppt, von Zuhältern wie Freiern gedemütigt und geschlagen. Sie sprechen kein Wort Deutsch, können sich nicht wehren. Und vor allem sich den Helferinnen im La Strada nicht öffnen. „Das ist der Wermutstropfen“, sagt Hürttle. So blieben ihr nur liebevolle Gesten.

      Im Winter in der Vesperkirche aktiv

      Darum, aber auch weil es immer mehr Ehrenamtlerinnen geworden sind, engagiert sich Hürttle inzwischen umso mehr auch im Hintergrund. Mit Kolleginnen hat sie den Verein Inga (Initiative gegen die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution) gegründet. Hürttle kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und akquiriert Spendengelder. „Für [lexicon]Prostitution[/lexicon] kriegt man nichts nachgeschmissen“, sagt sie. Das Bewusstsein der Menschen für diese Randgruppe zu schärfen, ist eines ihrer dringlichsten Anliegen. Und das, obwohl Hürttle die schiere Existenz „der Szene“, von der sie heute selbstverständlich spricht, in ihrem Leben bis vor 19 Jahren nicht im Entferntesten eine Rolle gespielt hat.

      Nach dem Studium arbeitete die gebürtige Augsburgerin an verschiedenen Brennpunktschulen, ihr Mann übernahm den elterlichen Betrieb. Die Kinder kamen, Barbara Hürttle genoss den Luxus, Vollzeitmutter sein zu können. Erst als die Kinder älter waren, kam sie 1996 über eine Bekannte zum La Strada. Die Familie tat sich anfangs schwer mit dem Ehrenamt im Schmuddelmilieu. Doch Barbara Hürttle ist bis heute glücklich, den Frauen helfen zu können. „Und mir hat es Erdung gegeben“, sagt sie heute.

      Wenn sie nicht im La Strada hinter der Theke steht oder für Inga Spenden akquiriert, ist Hürttle in den kalten Monaten in der Vesperkirche aktiv. „Mir wird nie langweilig, ich habe immer was zu tun“, sagt die Stuttgarterin des Jahres. Ganz selten denke sie ans Aufhören. „Es würde mir schwerfallen“, sagt sie. Und verdrängt den Gedanken auch gleich wieder. In der nächsten Zeit gebe es zu viel zu tun, sagt Hürttle. „Wir renovieren das Café.“


      stuttgarter-zeitung.de/inhalt.…4e-9ce7-f67b702ac376.html
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    • #FacesOfProstitution: So sehen glückliche Sex-Arbeiterinnen aus


      #FacesOfProstitution: So sehen glückliche Sex-Arbeiterinnen aus


      Denkt man an käuflichen [lexicon]Sex[/lexicon], kommen einem zu allererst die dunklen Seiten des Gewerbes in den Sinn: Da ist das Bild von Drogenabhängigen, die ihre Sucht finanzieren, indem sie ihren Körper verkaufen. Oder das Bild von sexuell belästigten und missbrauchten Frauen, die Zeit ihres Leben unter diesen traumatischen Erfahrungen zu leiden haben.

      Auch in der Öffentlichkeit stellen Frauenrechtlerinnen und Politiker die Prostituierten häufig als Ausgebeutete dar, die ihrem Job gegen ihren Willen nachgehen.

      Keine rechtlosen Opfer

      Dass auch eine andere Seite der käuflichen Liebe existiert, will Tilly Lawless zeigen, Prostituierte aus Sydney: Als Antwort auf die zunehmende Stigmatisierung der Sex-Arbeiterinnen als rechtlose Opfer rief sie den Hashtag #FacesOfProstitution ins Leben.

      Unter dem Hashtag finden sich bei Twitter und Instagram Bilder von glücklichen Sex-Arbeitern - männlichen und weiblichen - die zum Ausdruck bringen sollen, dass es auch in diesem Berufszweig Menschen gibt, die ihrem Job gerne und aus freiem Willen nachgehen.

      Hier sind einige der Bilder:

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      [Blockierte Grafik: https://pbs.twimg.com/media/CBRFM3XVEAAYgjK.jpg]



      [Blockierte Grafik: https://pbs.twimg.com/media/CBQ4opxVAAEs7OC.jpg]

      [Blockierte Grafik: https://pbs.twimg.com/media/CBPT4fKU0AEd5U6.jpg]

      [Blockierte Grafik: https://pbs.twimg.com/media/CBYX8ZmVAAAquje.jpg]

      videos.huffingtonpost.de/enter…-frauen-im-auto_id_459283

      videos.huffingtonpost.de/enter…511852.html?huffpo_embed=
      http://www.huffingtonpost.de/2015/04/08/prostituierte-sex-arbeit_n_7023672.html?utm_hp_ref=germany
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    • Was ich in meiner Zeit als High-Class-Escort in Berlin gelernt habe

      Was ich in meiner Zeit als High-Class-Escort in Berlin gelernt habe

      April 15, 2015


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      Nicht die Autorin. Foto: Lies Thru a Lens | Flickr | CC BY 2.0


      Ich war 24, als ich mich für eine Nebenkarriere als Escort entschied. Mein Studium abgeschlossen, perspektivlos, aber in Berlin-Mitte in einer viel zu teuren Wohnung, ging ich eines verregneten Sonntagnachmittags die zahlreichen Escort-Websites der Hauptstadt durch. War es Langeweile, Neugierde oder die finanzielle „Not", die mich dazu trieb, meinem brachliegenden Berufsleben eine neue, eher ungewöhnlichere Richtung zu geben? Ich kann es heute nicht mehr sagen.

      Damals dachte ich tatsächlich noch, dass es auch Agenturen gibt, die wirklich reine Begleitung ohne [lexicon]Sex[/lexicon] anbieten. Diese Hoffnung musste ich aber relativ schnell aufgeben. Also suchte ich mir die ästhetisch am meisten ansprechende Seite aus, in der Hoffnung, wenigstens eine Menge zu verdienen, sollte ich schon mit fremden Männern ins Bett steigen müssen. Meine Kriterien waren dabei ebenso unbedarft wie simpel: Die sich anbietenden Frauen sollten keine Silikonbrüste haben und außerdem wollte ich nicht schon auf der Website lesen, was und in welcher Form sie sexuell anzubieten hatten.

      Fündig wurde ich schließlich bei einer einzigen Agentur, deren Fotos so ästhetisch waren, dass man fast vergaß, dass es sich hier ja um etwas Schmuddeliges—wenn auch auf hohem Niveau—handeln sollte. Schon die Voraussetzungen für eine Escort-Dame lasen sich überaus anspruchsvoll: Man sollte mehrere Sprachen sprechen, vor allem [lexicon]Englisch[/lexicon], eine elegante Garderobe besitzen, sich in Restaurants zu benehmen wissen und eine interessante Gesprächspartnerin sein. Gebildet sollte man sein, wandelbar und einem Mann das Gefühl vermitteln können, dass er der Mittelpunkt der Welt ist. Da ich Schauspiel studiert hatte, eine gute Erziehung genossen hatte und dazu noch zweisprachig aufgewachsen war, stufte ich meine Chancen ziemlich hoch ein und bewarb mich mit zwei Fotos.

      Foto: Môsieur J. [version 9.1] | Flickr | CC BY-SA 2.0
      Auch Escorts müssen zu Vorstellungsgesprächen

      Als ich schon beinahe vergessen hatte, wozu ich mich hatte hinreißen lassen, klingelte mein Telefon und eine freundliche Frauenstimme fragte mich, ob ich mich persönlich im Büro vorstellen könnte, am besten gleich morgen.

      Wie ich auf die Idee gekommen sei, mich als Escort zu bewerben, ob ich meine Haare verändern würde, ob ich genügend Sport mache—ich wurde mit Fragen bombardiert, als befände ich mich in einem Vorstellungsgespräch für einen ganz normalen Job. Nachdem alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet waren, sollte ich mit der Dame ins Nebenzimmer gehen, damit sie mich auch mal nackt sehen konnte.

      Als auch das geschafft war, ging es wieder ins Wohnzimmer, wo ich einen Vertrag vorgelegt bekam, den ich durchlesen und unterschrieben wiederbringen sollte. Dazu bekam ich 1000 Euro in Bar, mit denen ich zum Friseur gehen und mir elegante Unterwäsche und Kleider kaufen durfte. Der letzte Schritt war ein Fotoshooting, bei dem ich sexy und verführerisch posten sollte. Nachdem die Fotos online gegangen waren, hieß es, auf die erste Buchung zu warten . Zwei Stunden mit mir würden den Kunden 400 Euro kosten, 30 Prozent davon bekam meine Agentur.
      Manchmal wird man fürs Nichtstun bezahlt

      Mein erster Kunde wollte fast ausschließlich meine Füße massieren. Ich traf ihn im Kempinski. Er war etwas untersetzt, Mitte bis Ende 40 und ziemlich klein. Wir trafen uns in der Zigarrenbar und gingen dann schnell auf sein Zimmer, wo ich mich etwas unbeholfen aufs Bett setze und ihn fragte, was er sich als Nächstes wünschte. Er wollte meine Füße massieren und sich auf den kalten Badezimmerboden legen, wo er begann, sich selbst zu befriedigen, während ich weiterhin etwas verdutzt auf dem Bett saß. Er wies mich an, ihm zu befehlen, wann er kommen dürfe und das tat ich dann nach gefühlten 40 Stunden (und tatsächlichen 15 Minuten) auch. Anschließend durfte ich meine Schuhe wieder anziehen und gehen. Das Ganze dauerte nicht länger als etwa 45 Minuten, bezahlt hatte er allerdings für drei Stunden. Für mich ein ziemlich guter Deal und beileibe nicht der letzte, bei dem ich quasi fürs Nichtstun bezahlt wurde.

      Einmal hatte ein Kunde drei Damen aus unserer Agentur gebucht, dann Angst bekommen und abgebrochen, aber uns für die gebuchten vier Stunden voll bezahlt. Am verrücktesten war aber wohl der Typ, der einfach nur mit mir Essen ging, um mir die Bilder seiner [lexicon]Zwillinge[/lexicon] zu zeigen.
      Männer sind respektvoller, wenn sie für [lexicon]Sex[/lexicon] bezahlen

      Ich habe mich mit vielen Männern getroffen. Manche mehr, manche weniger sympathisch. Manche wollten tatsächlich nur mit mir essen gehen, andere wollten gar nicht aus dem Hotelzimmer raus. Was alle gemeinsam hatten: Sie haben mich mit Respekt und Würde behandelt und sind mit mir in die feinsten Lokale essen gegangen. Keiner hat mich gegen meinen Willen begrapscht und auch sonst wurden keine Horrorfantasien über Escorts und ihre Kunden wahr. Nie hat jemand mich verprügelt, oder mich in irgendeiner Form degradierend behandelt.

      Wenn überhaupt, waren meine Kunden deutlich respektvoller und verständnisvoller als jeder Mann, mit dem ich [lexicon]Sex[/lexicon] hatte, ohne dass er dafür bezahlen musste. Das einzige Klischee, das sich bestätigt hat, ist, dass fast ausnahmslos alle Männer verheiratet waren und zumeist sogar Familie hatten. Irgendwie kann ich sie aber auch verstehen. Wann sonst hat man mal ein Date, bei dem man sich nicht verstellen muss und jeder genau weiß, worauf der Abend hinauslaufen wird?
      Wahre Freunde erkennt man daran, wie sie mit deiner Berufswahl umgehen

      Ich musste leider auch die Erfahrung machen, dass nicht alle so offen mit dem Thema Escort umgehen wie ich. Ich habe damals einige Freunde verloren, die mit so etwas nichts zu tun haben wollten. Das ist aber OK, jeder hat schließlich ein Recht auf seine moralischen Vorstellungen. Andere Freunde wollten plötzlich, dass ich alles bezahle, denn schließlich fuhr ich neuerdings überall mit dem Taxi hin und hatte immer die tollsten neuen Frisuren—wieso sollte ich dann nicht auch Runden in der Bar schmeißen oder den teuren Wodka zur Hausparty mitbringen? Wieder andere wendeten sich zwar nicht von mir ab, kannten aber plötzlich kein anderes Thema mehr und fragten mich regelmäßig nach meinen Eskapaden aus. Am liebsten waren mir die, die keine große Sache aus meinem neuen Nebenjob gemacht haben. Ich machte das schließlich, um meine Miete zu bezahlen.


      Foto: Jiposhy .com | Flickr | CC BY-SA 2.0
      Schnelles Geld ja, Reichtum nein

      Mein Job als High-Class-Escort hat mir immer Spaß gemacht, das schnellverdiente Geld wieder auszugeben allerdings auch. Man gewöhnt sich daran, für relativ wenig Arbeit vergleichsweise gut bezahlt zu werden und gibt sein Gehalt dementsprechend unbedarft aus. Taxi hier, Drogen da, neue Schuhe und Extensions hinterher, teure Wohnung, nur noch im Bioladen einkaufen—all das macht Spaß, ist aber nicht von Dauer und führt auch nicht unbedingt zu einem gesunden, nachhaltigen Lebensstil ohne finanzielle Sorgen. Wirklich reich wird man in diesem Metier dann nämlich auch wieder nicht. Jedes Escort-Mädchen kennt „trockene Phasen", in denen man nicht gebucht wird. Klar haben die meisten parallel noch einen anderen Job, mit dem sie sich über Wasser halten, aber dort verdient man so lächerlich wenig—im Vergleich zu dem, was man bei einem Date absahnt—, dass man auch dieses hart verdiente Geld viel zu schnell ausgibt.

      Würde ich mich heute also noch mal dazu entscheiden, mich mehr oder weniger Vollzeit über eine Escort-Agentur anzubieten? Jein.

      Hätte ich damals alles etwas schlauer gehandhabt, wäre ich nicht nur um einiges an Erfahrung reicher, sondern hätte mir auch eine ordentliche Stange Geld angespart. Ich arbeite inzwischen nur noch nebenbei als Escort und auch nicht mehr für eine Agentur. Zum Einen, weil bezahlte Dates mit einsamen Männern nie mein Traumjob, sondern lediglich eine lukrative Zwischenlösung waren. Außerdem habe ich höhere berufliche Ziele—und die erreicht man meistens nur angezogen.

      Fündig wurde ich schließlich bei einer einzigen Agentur, deren Fotos so ästhetisch waren, dass man fast vergaß, dass es sich hier ja um etwas Schmuddeliges—wenn auch auf hohem Niveau—handeln sollte. Schon die Voraussetzungen für eine Escort-Dame lasen sich überaus anspruchsvoll: Man sollte mehrere Sprachen sprechen, vor allem [lexicon]Englisch[/lexicon], eine elegante Garderobe besitzen, sich in Restaurants zu benehmen wissen und eine interessante Gesprächspartnerin sein. Gebildet sollte man sein, wandelbar und einem Mann das Gefühl vermitteln können, dass er der Mittelpunkt der Welt ist. Da ich Schauspiel studiert hatte, eine gute Erziehung genossen hatte und dazu noch zweisprachig aufgewachsen war, stufte ich meine Chancen ziemlich hoch ein und bewarb mich mit zwei Fotos.

      Auch Escorts müssen zu Vorstellungsgesprächen

      Als ich schon beinahe vergessen hatte, wozu ich mich hatte hinreißen lassen, klingelte mein Telefon und eine freundliche Frauenstimme fragte mich, ob ich mich persönlich im Büro vorstellen könnte, am besten gleich morgen.

      Wie ich auf die Idee gekommen sei, mich als Escort zu bewerben, ob ich meine Haare verändern würde, ob ich genügend Sport mache—ich wurde mit Fragen bombardiert, als befände ich mich in einem Vorstellungsgespräch für einen ganz normalen Job. Nachdem alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet waren, sollte ich mit der Dame ins Nebenzimmer gehen, damit sie mich auch mal nackt sehen konnte.

      Als auch das geschafft war, ging es wieder ins Wohnzimmer, wo ich einen Vertrag vorgelegt bekam, den ich durchlesen und unterschrieben wiederbringen sollte. Dazu bekam ich 1000 Euro in Bar, mit denen ich zum Friseur gehen und mir elegante Unterwäsche und Kleider kaufen durfte. Der letzte Schritt war ein Fotoshooting, bei dem ich sexy und verführerisch posten sollte. Nachdem die Fotos online gegangen waren, hieß es, auf die erste Buchung zu warten . Zwei Stunden mit mir würden den Kunden 400 Euro kosten, 30 Prozent davon bekam meine Agentur.

      Manchmal wird man fürs Nichtstun bezahlt

      Mein erster Kunde wollte fast ausschließlich meine Füße massieren. Ich traf ihn im Kempinski. Er war etwas untersetzt, Mitte bis Ende 40 und ziemlich klein. Wir trafen uns in der Zigarrenbar und gingen dann schnell auf sein Zimmer, wo ich mich etwas unbeholfen aufs Bett setze und ihn fragte, was er sich als Nächstes wünschte. Er wollte meine Füße massieren und sich auf den kalten Badezimmerboden legen, wo er begann, sich selbst zu befriedigen, während ich weiterhin etwas verdutzt auf dem Bett saß. Er wies mich an, ihm zu befehlen, wann er kommen dürfe und das tat ich dann nach gefühlten 40 Stunden (und tatsächlichen 15 Minuten) auch. Anschließend durfte ich meine Schuhe wieder anziehen und gehen. Das Ganze dauerte nicht länger als etwa 45 Minuten, bezahlt hatte er allerdings für drei Stunden. Für mich ein ziemlich guter Deal und beileibe nicht der letzte, bei dem ich quasi fürs Nichtstun bezahlt wurde.

      Einmal hatte ein Kunde drei Damen aus unserer Agentur gebucht, dann Angst bekommen und abgebrochen, aber uns für die gebuchten vier Stunden voll bezahlt. Am verrücktesten war aber wohl der Typ, der einfach nur mit mir Essen ging, um mir die Bilder seiner [lexicon]Zwillinge[/lexicon] zu zeigen.

      Männer sind respektvoller, wenn sie für [lexicon]Sex[/lexicon] bezahlen

      Ich habe mich mit vielen Männern getroffen. Manche mehr, manche weniger sympathisch. Manche wollten tatsächlich nur mit mir essen gehen, andere wollten gar nicht aus dem Hotelzimmer raus. Was alle gemeinsam hatten: Sie haben mich mit Respekt und Würde behandelt und sind mit mir in die feinsten Lokale essen gegangen. Keiner hat mich gegen meinen Willen begrapscht und auch sonst wurden keine Horrorfantasien über Escorts und ihre Kunden wahr. Nie hat jemand mich verprügelt, oder mich in irgendeiner Form degradierend behandelt.

      Wenn überhaupt, waren meine Kunden deutlich respektvoller und verständnisvoller als jeder Mann, mit dem ich [lexicon]Sex[/lexicon] hatte, ohne dass er dafür bezahlen musste. Das einzige Klischee, das sich bestätigt hat, ist, dass fast ausnahmslos alle Männer verheiratet waren und zumeist sogar Familie hatten. Irgendwie kann ich sie aber auch verstehen. Wann sonst hat man mal ein Date, bei dem man sich nicht verstellen muss und jeder genau weiß, worauf der Abend hinauslaufen wird?

      Wahre Freunde erkennt man daran, wie sie mit deiner Berufswahl umgehen

      Ich musste leider auch die Erfahrung machen, dass nicht alle so offen mit dem Thema Escort umgehen wie ich. Ich habe damals einige Freunde verloren, die mit so etwas nichts zu tun haben wollten. Das ist aber OK, jeder hat schließlich ein Recht auf seine moralischen Vorstellungen. Andere Freunde wollten plötzlich, dass ich alles bezahle, denn schließlich fuhr ich neuerdings überall mit dem Taxi hin und hatte immer die tollsten neuen Frisuren—wieso sollte ich dann nicht auch Runden in der Bar schmeißen oder den teuren Wodka zur Hausparty mitbringen? Wieder andere wendeten sich zwar nicht von mir ab, kannten aber plötzlich kein anderes Thema mehr und fragten mich regelmäßig nach meinen Eskapaden aus. Am liebsten waren mir die, die keine große Sache aus meinem neuen Nebenjob gemacht haben. Ich machte das schließlich, um meine Miete zu bezahlen.

      Schnelles Geld ja, Reichtum nein

      Mein Job als High-Class-Escort hat mir immer Spaß gemacht, das schnellverdiente Geld wieder auszugeben allerdings auch. Man gewöhnt sich daran, für relativ wenig Arbeit vergleichsweise gut bezahlt zu werden und gibt sein Gehalt dementsprechend unbedarft aus. Taxi hier, Drogen da, neue Schuhe und Extensions hinterher, teure Wohnung, nur noch im Bioladen einkaufen—all das macht Spaß, ist aber nicht von Dauer und führt auch nicht unbedingt zu einem gesunden, nachhaltigen Lebensstil ohne finanzielle Sorgen. Wirklich reich wird man in diesem Metier dann nämlich auch wieder nicht. Jedes Escort-Mädchen kennt „trockene Phasen", in denen man nicht gebucht wird. Klar haben die meisten parallel noch einen anderen Job, mit dem sie sich über Wasser halten, aber dort verdient man so lächerlich wenig—im Vergleich zu dem, was man bei einem Date absahnt—, dass man auch dieses hart verdiente Geld viel zu schnell ausgibt.

      Würde ich mich heute also noch mal dazu entscheiden, mich mehr oder weniger Vollzeit über eine Escort-Agentur anzubieten? Jein.

      Hätte ich damals alles etwas schlauer gehandhabt, wäre ich nicht nur um einiges an Erfahrung reicher, sondern hätte mir auch eine ordentliche Stange Geld angespart. Ich arbeite inzwischen nur noch nebenbei als Escort und auch nicht mehr für eine Agentur. Zum Einen, weil bezahlte Dates mit einsamen Männern nie mein Traumjob, sondern lediglich eine lukrative Zwischenlösung waren. Außerdem habe ich höhere berufliche Ziele—und die erreicht man meistens nur angezogen.
      vice.com/de/read/was-ich-in-me…s-escort-gelernt-habe-294
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    • Rotlichtmilieu in Stuttgart: Kampagne gegen Prostitution bislang ein Flop

      Rotlichtmilieu in Stuttgart
      Kampagne gegen [lexicon]Prostitution[/lexicon] bislang ein Flop

      Eva Funke,

      Trotz der Bemühungen von OB Fritz Kuhn kommt die Kampagne gegen [lexicon]Prostitution[/lexicon] nur schwerfällig in Gang. Die Suche nach einer Agentur verläuft bislang erfolglos. SPD und CDU wollen nun Expertengruppe, die Projekt das voranbringt.

      Eine Kampagne soll die Situation der Prostituierten verbessern

      Stuttgart - Die Kampagne, mit der OB Fritz Kuhn (Grüne) auf das Verhalten von Freiern einwirken will, ist bislang ein Schlag ins Wasser. Die Aktion sollte ein Baustein im Konzept zur Verbesserung der Situation der Prostituierten in Stuttgart sein. Mit Plakaten, Flyern und Aufklärungsarbeit sollten Männer für Themen wie Armuts- und Zwangsprostitution sensibilisiert werden. Doch trotz Ausschreibung hat sich keine Agentur gefunden, die eine solche Kampagne entwickeln könnte.

      „Es lagen Bewerbungen von drei Werbeagenturen vor: Keine kam infrage“, räumte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) in der Sitzung des Beirats für Gleichstellungsfragen am Mittwoch ein. Nun soll die Kampagne neu ausgeschrieben werden. „Anfang Juni“ rechnet Schairer mit einem Ergebnis. Sowohl SPD als auch CDU hatten wenig Verständnis für die Verzögerung. Die Stadträtinnen Judith Vowinkel (SPD) und Iris Ripsam (CDU) forderten, eine Jury aus Experten zu bilden, die Vorschläge für die Kampagne erarbeiten soll.

      Das positive Fazit Schairers: Seit Kuhn im Dezember vergangenen Jahres sein Konzept gegen die Auswüchse der [lexicon]Prostitution[/lexicon] vorgelegt hat, bieten wesentlich weniger Frauen in und rund ums Rotlichtviertel in der Innenstadt ihre Geschäfte auf der Straße an. Früher seien es etwa 90 gewesen, heute nur noch ungefähr 50 Frauen. Sabine Constabel vom Café La Strada, der Anlaufstelle für Prostituierte in dem Viertel, bestätigt, dass sich die Zahl beinahe halbiert habe. „Viele kommen jetzt mit einem Stapel Strafbefehlen zu uns“, stellt sie fest und sieht darin einen Beleg dafür, dass die Polizei verstärkt gegen Prostituierte vorgeht, die im Sperrbezirk auf der Straße Sexgeschäfte anbieten. Einige würden wegen der Strafen nicht mehr auf dem [lexicon]Strich[/lexicon] arbeiten.

      Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Beate Bulle-Schmid, fragte, ob die Behauptung stimmt, dass sich die Prostituierten jetzt zwar nicht mehr in der ans Leonhardsviertel grenzenden Katharinenstraße anbieten, dafür aber verstärkt an der Leonhardstraße auf Freier warten. Die Verlagerung rein ins Leonhardsviertel wird auch im Milieu selbst kritisiert.

      „Das Konzept gegen die Auswüchse der [lexicon]Prostitution[/lexicon] ist reine Augenwischerei“, sagt zum Beispiel Bordellbetreiber John Heer auf Anfrage unserer Zeitung. Er weist darauf hin, dass die illegale [lexicon]Prostitution[/lexicon] dadurch nicht verhindert wird, sondern nur nicht mehr zu sehen ist. Dass die Frauen jetzt statt in der Katharinen- in der Leonhardstraße und dort auch vor seinem Etablissement anschaffen, bestätigt er. Und auch, dass ihm dadurch Kundschaft ­verloren gehe.

      Der SPD kommt in dem OB-Konzept der Schutz der Frauen zu kurz. Sie fordert eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und den Ausbau von Angeboten wie Ausstiegshilfen. Auch zum Thema Gesundheitsvorsorge hat Bordellbetreiber Heer eine klare Meinung. „Das ist gar nicht umzusetzen. Ich habe die Frauen, die bei mir arbeiten, alle 14 [lexicon]Tage[/lexicon] zum Gesundheitsamt geschickt. Doch da hieß es, sie sollten nur noch alle drei Monate kommen, weil es an Personal fehlt.“


      stuttgarter-nachrichten.....ff-b2a9-29b0d7c30b3c.html
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    • ZdK verabschiedet Erklärung zu Prostitution und Menschenwürde

      ZdK verabschiedet Erklärung zu [lexicon]Prostitution[/lexicon] und Menschenwürde
      Vollversammlung am 8./9. Mai 2015 in Würzburg

      Zur aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte um [lexicon]Prostitution[/lexicon] hat die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) am Samstag, dem 9. Mai, in Würzburg den vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), dem Deutschen Caritasverband, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) gestellten Antrag "[lexicon]Prostitution[/lexicon] - eine Frage der Menschenwürde" angenommen. Das ZdK unterstützt damit die Bundesregierung in ihrem Vorhaben und fordert den Deutschen Bundestag als Gesetzgeber auf, bessere Regelungen zur Ausübung der [lexicon]Prostitution[/lexicon] zu erlassen.

      Für legal in der [lexicon]Prostitution[/lexicon] tätige Frauen und Männern "müssen die gesetzlichen Regelungen den bestmöglichen Schutz gewähren, psychosoziale Beratung und Ausstiegshilfen bieten", so die Erklärung. Darüber hinaus fordert das ZdK, entschieden gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorzugehen und die Verantwortlichen wirksam zu belangen.

      Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Unser besonderes Augenmerk gilt Mädchen und Frauen, Jungen und Männern, die besonderer Not, Gefahren und Zwangslagen ausgesetzt sind. Alle Hilfen müssen in grundlegender Wertschätzung gegenüber jedem Menschen, in der Anerkennung der persönlichen Lebenslage, und ohne Stigmatisierungen von Prostituierten erfolgen."

      Das ZdK verpflichtet sich, sich auch nach Abschluss des Gesetzgebungsprozesses mit dem Themenkomplex 'Prostitution' auseinanderzusetzen, die gesellschaftliche Wahrnehmung zu schärfen und insbesondere die Rolle der Käufer sexueller Dienste dabei kritisch in den Blick zu nehmen.

      Hierbei betont das ZdK: "Nach unserem christlichen Menschenbild, greifen Nachfrage und Angebot sexueller Dienstleistungen die Menschenwürde an und führen nicht zu einem erfüllten Lebensentwurf."



      zdk.de/veroeffentlichung....-und-Menschenwuerde-954G/
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    • Bordell-Überbleibsel Sudfass-Beine ziehen nach Hamburg

      Bordell-Überbleibsel
      Sudfass-Beine ziehen nach Hamburg


      Die bekanntesten Beine Frankfurts sind am Dienstag nach Hamburg umgezogen - in einen FKK-Club. "Dolores" hatte ein Vierteljahrhundert lang die Kunden des Bordells Sudfass begrüßt - bis zu dessen Abriss. Ins Bahnhofsviertel durfte sie nicht.

      Von Katrin Kimpel, hr-online

      Die Sudfass-Beine wurden am Dienstag auf einen Lastwagen Richtung Hamburg geladen. Dort übernimmt nun ein FKK-Club die Skulptur. Die Einrichtung in einem Industriegebiet hat ausreichend Platz für die meterweit gespreizten Beine in Hotpants und High Heels. Künftig sollen sie dort den Eingang zieren. "Es ist ein Glück für uns, die Beine zu bekommen", freut sich Geschäftsführerin Monika Vonthien. "Die passen genau in unser Konzept."

      Die Hamburger Betreiber wollen an das Sudfass als den ersten FKK-Club in Deutschland erinnern. "Wir haben auch schon eine kleine museale Ecke mit einer Original-Sitzgruppe aus Frankfurt, da stimmt bis hin zur Lampe alles". Auch Zeitungsartikel wollen sie aufhängen und die Geschichte so lebendig erhalten.

      Sudfass-Beine geschliffen und lackiert

      "Sudfass", Frankfurt (Bild: picture-alliance/dpa - Archiv)
      Die berühmten Beine vor dem Eingang zum "Sudfass" in Frankfurt. Seit 1990 standen sie dort.
      Die über drei Meter hohen Beine aus Fieberglas - Spannweite über zweieinhalb Meter - standen rund 25 Jahre vor dem Sudfass, einem alteingesessenen Bordell in Frankfurt. Von der Straße aus gut zu sehen, waren sie ein Blickfang vor dem Haus im Osten der Stadt - auch wenn sich Kritiker über die sexistische Anmutung ärgerten. Das Sudfass gibt es aber nun nicht mehr, es wurde im Zuge der Umgestaltung des Ostends abgerissen.

      Nach dem Abriss wollte eigentlich ein Bordell-Besitzer im Frankfurter Bahnhofsviertel "Dolores", wie sie inoffiziell genannt wird, aufstellen - auf dem Gehweg vor seinem Laufhaus. Er hatte die Skulptur gekauft und zunächst bei Freunden zwischengelagert.

      Dort bekamen die Beine einen frischen Look. "Wir haben Löcher ausgespachtelt, geschliffen und lackiert", sagt Heike Takke, Chefin einer Autowerkstatt und Übergangsbetreuerin von "Dolores". Sogar eine neue Hose wurde angefertigt, aus rotem Latex. "Wir haben den Popo vermessen und fünf Meter Material zu einem Höschen vernäht". Natürlich alles in der Hoffnung, die Skulptur bleibe in Frankfurt.

      Kein Platz im Frankfurter Bahnhofsviertel

      Das Frankfurter Bauamt machte dem Bordell allerdings einen [lexicon]Strich[/lexicon] durch die Rechnung. Wegen der Größe der Beine bekam der Besitzer keine Genehmigung für den Gehweg. "Wir sind sehr enttäuscht, dass sie nun doch nicht bleibt. Sie gehört doch in diese Stadt, ist Kult hier", so Takke.

      Um den Rotlicht-Blickfang wieder zu sehen, müssen Interessierte an die Elbe reisen. Die Geschäftsführerin des Hamburger FKK-Clubs, die eine Freundin des Frankfurter Bordellbesitzers ist, betont: Frankfurter mit Sehnsucht nach dem Sudfass oder "Dolores" seien immer willkommen in Hamburg.


      hr-online.de/website/rub....tandard_document_55392759
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Repressive Prostitutions-Reglementierung zwischen Regelungswut und Kontrollwahn


      Repressive Prostitutions-Reglementierung
      zwischen Regelungswut und Kontrollwahn



      Die Bundesrepublik Deutschland wird 2016 aller Voraussicht nach der weltweit erste und einzige Staat sein, in dem landesweit ein Kondomzwang bei [lexicon]Prostitution[/lexicon] gelten wird. Rund 200.000 Sexarbeiter/innen und ihre Kunden werden davon betroffen sein. Zweifellos eine fragwürdige Weltpremiere! Denn die damit zur Schau gestellte staatliche Regelungswut betrifft einen sensiblen Bereich, der aus gutem Grund gemeinhin als regelungsfern gilt. Weiterlesen:


      donacarmen.de/wp-content....-ZWANGSKONDOMISIERUNG.pdf
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    • Warum Männer ins Bordell gehen

      Warum Männer ins Bordell gehen

      Macht ausüben, herrschen: eines von vier Motiven, warum Männer zu Freiern werden.

      Der Sozialwissenschaftler Udo Gerheim erklärt im Interview, was manche Männer dazu veranlasst, Prostituierte aufzusuchen. Neben dem Bedürfnis nach Lust gibt es auch destruktive

      Herr Gerheim, wer kauft Sex? Ist das tatsächlich Max Muster? Also jedermann?

      Nach dem, was wir aus der internationalen Forschung wissen, weisen die Kunden von Prostituierten keinerlei Besonderheiten auf. Vertreten sind alle Berufs- und Einkommensgruppen, alle Klassen, alle Altersgruppen. Auch auf der psychologischen oder sozialen Ebene entspricht der Freier dem statistischen Durchschnitt. Aber nur ein sehr kleiner Teil der männlichen Bevölkerung geht zu Prostituierten.

      Gibt es dazu belastbare Daten?

      Es gibt nur Schätzzahlen wie die von 1,2 Millionen Kundenkontakten pro Tag. Die wenigen Daten, die es gibt, kursieren seit Jahren, jeder schreibt vom anderen ab. Die einzige quantitativ-empirische Untersuchung geht von 18 Prozent Dauerkunden aus, das wäre also fast jeder fünfte Mann. Die Studie ist aber mehr als 20 Jahre alt.

      Sie haben die Gründe erforscht, warum Männer [lexicon]Sex[/lexicon] kaufen. Was haben Sie herausgefunden: Was treibt sie an?

      Man kann vier zentrale Muster unterscheiden. Da ist zuallererst ein genuines Bedürfnis danach, Lust und Begehren auszuleben. Das ist die Nachfrage nach Sexualität in der ganzen Bandbreite: vom schnellen Geschlechtsverkehr bis hin zu ausgefallenen Sexualpraktiken. Eine zweite Kategorie sind die sozialen Motive. Darunter fallen alle Wünsche nach Kontakt, nach einer Gesprächspartnerin, nach Zärtlichkeit: Man will mit jemanden zusammen sein, das Herz öffnen, über Probleme reden. Zu diesem Komplex gehören auf der Negativseite auch die destruktiven Motivmuster, bei denen es darum geht, Gewalt und Frauenhass auszuleben.

      Davon berichten vor allem Prostituierte auf dem Drogenstrich.

      Ja, es gibt Freier, die die Notlage dieser Frauen bewusst ausnutzen. Die sie demütigen oder zu Geschlechtsverkehr ohne [lexicon]Kondom[/lexicon] zwingen. Darüber hinaus gibt eine dritte, eine psychologische Kategorie: Manche Männer agieren in der [lexicon]Prostitution[/lexicon] emotionale Krisen, psychische Belastungen, Depressionen und Neurosen aus. Da geht es weniger um [lexicon]Sex[/lexicon] und Kontakt. Man begibt sich in einen Scham- und Schuldkonflikt, um genau diese Gefühle auszuleben. Und schließlich, das ist die vierte Kategorie, geht es um [lexicon]Prostitution[/lexicon] als eine anti-bürgerliche Subkultur.

      Was macht den Reiz dieser Szene aus?

      Da tritt man plötzlich in eine fremde Welt ein, guckt hinter den Schleier des Rotlichtmilieus. Diese Welt ist verrucht und vielleicht sogar gefährlich. Das verspricht ein aufregendes Abenteuer.

      Kann man das quantifizieren? Wie viele Männer wollen einfach nur unkomplizierten [lexicon]Sex[/lexicon] ohne Tabus und ohne Verantwortung? Wie viele suchen eigentlich eine Freundin? Wie viele sind frauenverachtende Gewalttäter?

      Ich halte die Nachfrage nach Lust pur für das dominierende Motivmuster. Wissenschaftlich kann man das allerdings nicht mit Sicherheit sagen, denn auch hier gibt es noch große Forschungslücken.

      Zu dieser Annahme passt die von Ihnen vertretene These, dass die meisten Freier die Frauen freundlich und respektvoll behandeln und sie sogar bewundern. Worauf stützen Sie diese These?

      Die Quelle dafür ist vor allem eine britische Studie, aber auch andere internationale Untersuchungen. In der Zusammenschau ergibt sich das Bild: Den meisten Männern geht es nicht um die Ausübung von Macht und Gewalt, sondern um eine auf ihre Bedürfnisse zentrierte sexuelle Interaktion. Dafür gehen sie eine Geschäftsbeziehung zu den Frauen ein. Ob das von einer objektiven Warte aus betrachtet nicht doch ein Machtverhältnis ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich selbst habe in meinem Interviews etliche Probanden gehabt, die gesagt haben: Ich will weder Macht noch Gewalt ausüben und ich bin sehr darauf bedacht, dass das nicht passiert. Sie legen also an ihr Handeln einen ethischen Kodex an. Aber auch in meinen Interviews waren einige sehr drastische Beispiele von evidenter Frauenverachtung und Gewalthandeln dabei.

      Wie passt das zusammen mit der Tatsache, dass die sexuelle und ökonomische Ausbeutung von Frauen auf dem Sexmarkt seit einigen Jahren sogar dramatisch zunimmt?

      Die ökonomische Ausbeutung hat strukturelle Ursachen. Das Angebot übersteigt die Nachfrage, wodurch eine Marktmacht der Freier entsteht: Sie können mehr fordern und die Preise drücken. So funktioniert der Kapitalismus. Das bedeutet nicht, dass die Männer während der sexuellen Interaktionen gehässig, gemein oder gewalttätig sind. Aber sie verdrängen die Arbeitsbedingungen der Frauen. So wenig, wie wir uns fragen: Wer produziert unsere Jeans und wer baut das Koltan für unsere schicken Smartphones ab?, so wenig fragen sich die Freier: Wo kommt die Frau her? Wie sieht ihr Leben aus? Da greift der Mechanismus: Wofür ich bezahlt habe, darüber muss ich mir keine Gedanken machen, das ist in Ordnung. Über das Geld wird eine moralische Legitimität hergestellt. Das gilt für alle kapitalistischen Produktionsverhältnisse.

      Wie groß ist die gesellschaftliche Akzeptanz von [lexicon]Prostitution[/lexicon], wie groß ist das Tabu?

      Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Prostitutionsfeld delegitimieren. Da ist die moralische Ablehnung, die christlich oder auch feministisch begründet sein kann. Dann gibt es eine kapitalismuskritische Sicht, die besagt: Sexualität sollte keine Ware sein, da hat der Markt nichts verloren. Und besonders interessant finde ich die Abwertung, die aus innermännlichen Konkurrenzkämpfen herrührt. Ein Freier ist dabei derjenige, der es nötig hat, [lexicon]Sex[/lexicon] zu kaufen, weil er auf dem freien Markt nicht konkurrenzfähig ist. Deshalb sprechen Männer miteinander nicht darüber. Wenn sie gefragt werden, mit wie vielen Frauen sie [lexicon]Sex[/lexicon] hatten, zählen selbst Freier die Prostituierten nicht mit. Denn das sind gekaufte Sexualkontakte und zählen deshalb nicht.


      Das Image des Losers schreckt aber offenbar junge Männer nicht ab, für die ein Besuch im Bordell ein Gruppen-Event ist. Ich meine zum Beispiel die Fußballmannschaft, die nach dem Training nicht in die Kneipe zieht, sondern ins nächste Laufhaus. Ist käuflicher [lexicon]Sex[/lexicon] also zum normalen Freizeitspaß geworden?

      Als Gruppen-Event gehört das tatsächlich zur männlichen Lebenswelt, ist aber vermutlich nicht sehr verbreitet. Außerdem muss man sich die weitere Sexualbiografie der jungen Männer anschauen. Wer dauerhaft keine Beziehung, also ein Defizit hat, hat schließlich doch ein Legitimationsproblem. Ich bezweifle, dass es in der Gesellschaft eine Tendenz zur Normalisierung gibt; die Freier stehen vor allem durch den Gewalt- und Ausbeutungsdiskurs sehr stark unter Druck. Es gibt aber tatsächlich Sexkunden, die sich als sexuelle Avantgarde stilisieren.

      Obwohl sie häufig nur für eine Inszenierung bezahlen, finden solche Dauerkunden offenbar das, was sie suchen.

      [lexicon]Prostitution[/lexicon] stellt sich in dieser Perspektive als ein Schlaraffenland dar: Es ist eine patriarchale Institution, in der für den Mann Sexualität immer verfügbar ist. Alles ist zentriert auf sein Ich und seine Bedürfnisse, er muss nicht werben, er muss nicht befürchten, zurückgewiesen zu werden. Und er kann dabei andere Formen von Männlichkeit ausprobieren: Der harte Mann lebt seine zärtliche Seite aus, der dominante unterwirft sich einer [lexicon]Domina[/lexicon]. In diesem sexuellen Schlaraffenland entsteht so etwas wie ein Strudel, eine Dynamik, die den Freier immer tiefer hineinzieht. Wer die Früchte des Prostitutionsfeldes genossen hat, dem fällt es unter Umständen schwer, in privaten Beziehungen wieder Dinge auszuhandeln und auf die Bedürfnisse anderer einzugehen.

      Wie hat Ihre Forschung Ihre Sicht auf das Thema [lexicon]Prostitution[/lexicon] und auf Ihre Geschlechtsgenossen verändert?

      Ich bin mit der Gewaltthese gestartet und habe dann festgestellt, dass die Freier eine sehr heterogene Gruppe sind und dass man kein eindeutiges Täter-Opfer-Schema konstruieren kann. Aber die Kernfrage nach Macht und Herrschaft treibt mich weiterhin um. Auf der einen Seite ist es natürlich richtig, die Sexarbeiterinnen zu unterstützen, die für ihre Anerkennung und gegen ihre Stigmatisierung kämpfen. Auf der anderen Seite frage ich mich: Sollte Sexualität eigentlich einer kapitalistischen Verwertungslogik unterworfen werden? In meiner Vorstellung von einer befreiten Gesellschaft gibt es keine marktförmige [lexicon]Prostitution[/lexicon]. Denn auf der abstrakten Ebene ist der Tausch von Sexualität gegen Geld ein strukturelles Entfremdungs- und Herrschaftsverhältnis. Aber eine eindeutige Antwort habe ich bislang nicht. Dafür ist einfach noch zu vieles unerforscht.

      Zur Person

      Udo Gerheim ist Sozialwissenschaftler am Institut für Pädagogik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er hat in einer qualitativ-empirischen Studie die Motive von Freiern untersucht. Dafür hat er mit zwanzig Männern sogenannte Tiefeninterviews geführt und Beiträge in Internetforen ausgewertet.

      Das Gebiet ist bisher noch weitgehend unerforscht: Anders als die Prostituierte ist der Mann, der – einmal oder wiederholt – zu ihr geht, für die Wissenschaft nach wie vor ein unbekanntes Wesen. Gerheims soziologische Untersuchung mit dem Titel „Die Produktion des Freiers. Macht im Feld der Prostitution“ ist im Transcript Verlag Bielefeld erschienen.


      fr-online.de/liebe/prost....en,30735670,30783100.html
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    • Prostitution fließt bei BIP-Berechnung mit ein

      [lexicon]Prostitution[/lexicon] fließt bei BIP-Berechnung mit ein
      Die EU verzeichnet einen kräftigen Anstieg des Bruttoinlandprodukts, doch das einmalige Wachstum hat einen rein statistischen Grund: Seit 1. September nämlich sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Schmuggel, Drogen und [lexicon]Prostitution[/lexicon] in die BIP-Berechnung miteinfließen zu lassen. Ob legal oder illegal ist dabei unerheblich


      Der Hintergrund: Mit September des Vorjahres hat die Europäische Union die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Mitgliedsstaaten einer Generalrevision unterzogen. Das Ergebnis: Um eine höchstmögliche internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden neue Regeln für die Errechnung des Bruttoinlandprodukts (BIP) eingeführt. So fließt eine neue Unternehmensstatistik (FRAME-SBS) mit ein, zudem werden die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als Investitionen angeführt und werden ebenfalls zur BIP-Berechnung verwendet.

      Und drittens – klingt komisch, ist aber so – werden auch die illegalen Aktivitäten einer Volkswirtschaft (wie eben [lexicon]Prostitution[/lexicon], Drogen und Schmuggel) für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts hergenommen.

      Einnahmen sind eben Einnahmen

      „Für die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist es völlig egal, ob es sich bei Einnahmen um steuerlich festgehaltene oder nicht festgehaltene handelt“, erklärte ASTAT-Mitarbeiter Timo Gärtner bei der Vorstellung dieser Neuberechnung am Freitagvormittag auf Nachfrage. Will heißen: Für die BIP-Berechnung zählt nicht, ob es sich um legale oder illegale Einnahmen handelt, getreu nach dem Motto: Einnahmen sind Einnahmen.

      Das sieht ja gleich viel besser aus

      Aus statistischer Sicht ist dies durchaus verständlich: Nur bei Gesamtbetrachtung einer Volkswirtschaft lässt sich die Leistung eines Landes mit der eines anderen am ehesten vergleichen.

      Aber: Man wird das ungute Gefühl nicht los, dass die EU diese Neuberechnung nicht bloß wegen des hehren Vorsatzes der besseren statistischen Vergleichbarkeit zur Regel machte. Sieht man sich die veränderten BIP-Rechnungen an, sticht ein Fakt sofort ins Auge: Mit den neuen Berechnungen werden einige Statistiken plötzlich „besser“. Beispielsweise sinkt das Verhältnis Defizit/BIP in Italien für das Jahr 2013 auf 2,8 Prozent gegenüber den 3,0 Prozent nach bisheriger Methodik, während das Verhältnis Staatsschulden/BIP auf etwa 127,9 Prozent fällt gegenüber dem vorherigen Wert von 132,6 Prozent.

      stol.it/Artikel/Wirtschaft/Lok…ei-BIP-Berechnung-mit-ein
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    • "Die” politische Lösung gibt es nicht. Prostitutionspolitiken im Vergleich

      "Die” politische Lösung gibt es nicht. Prostitutionspolitiken im Vergleich

      Autorin: Helga Amesberger

      Prostitutionspolitiken in Europa und anderswo sind hochgradig durch ideologische und moralische Haltungen geprägt. In meinem Beitrag zeichne ich die Grundlagen der verschiedenen Prostitutionsregime nach und versuche anhand dreier Länderbeispiele deren Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von SexarbeiterInnen darzustellen.

      Modelle der Regelung von Sexarbeit

      Weltweit gibt es sehr unterschiedliche Wege des Umgangs mit Sexarbeit. Diese Prostitutionsregime werden meist nach deren jeweiligen primären politischen Zielorientierung klassifiziert: prohibitive, abolitionistische und regulative Regime sowie das sogenannte Sexarbeitsmodell.

      Prohibitive Regime verbieten Sexarbeit generell und kriminalisieren damit SexarbeiterInnen, Freier und ZuhälterInnen. Beispiele hierfür sind Länder wie USA, Kanada und Rumänien. Es ist sowohl der Verkauf als auch der Kauf sexueller Dienstleistungen verboten. Während sich in prohibitiven Regimen alle Beteiligten strafbar machen, sind dies bei abolitionistischen Modellen nur all jene Personen, die entweder [lexicon]Sex[/lexicon] kaufen oder direkt oder indirekt vom Verkauf sexueller Dienstleistungen profitieren; dies können BordellbetreiberInnen und ZuhälterInnen sein, aber ebenso Taxiunternehmen, Personen, die eine Website für SexarbeiterInnen erstellen oder potentiell auch erwachsene Kinder, die beispielsweise studieren und Unterstützung von der Mutter erhalten. Jegliche Art von Bordellbetrieben ist damit ebenfalls verboten. Das heißt, der Verkauf von sexuellen Dienstleistungen ist nicht unter Strafe gesetzt, lediglich deren Kauf sowie Dienstleistungen für SexarbeiterInnen, die die Ausübung der [lexicon]Prostitution[/lexicon] ermöglichen oder fördern. Das langfristige Ziel ist die Abschaffung der [lexicon]Prostitution[/lexicon]. Schweden verfolgt ein abolitionistisches Regime und ist damit Vorbild für andere europäische Staaten (aktuell etwa Frankreich).

      Das prohibitive wie das abolitionistische Regime werden von einer feministischen Position unterstützt, die jegliche Form des Verkaufs von sexuellen Dienstleistungen – ob freiwillig oder nicht – als Ausdruck des patriarchalen ungleichen Machtverhältnisses zwischen Männern und Frauen sieht. Jeder gekaufte [lexicon]Sex[/lexicon] kommt einer Verletzung der Menschenwürde und einer [lexicon]Vergewaltigung[/lexicon] gleich.

      Bei regulativen Regimen stehen hingegen in erster Linie Überlegungen der öffentlichen Sicherheit im Vordergrund. Regulative Prostitutionspolitik ist meist von einem Pragmatismus geprägt, in dem von den EntscheidungsträgerInnen davon ausgegangen wird, dass man [lexicon]Prostitution[/lexicon] nicht verhindern könne und ein Verbot das Feld lediglich schwerer kontrollierbar mache und zum Nachteil der SexarbeiterInnen wäre. Dieses Modell regelt die Anbahnung und Ausübung von [lexicon]Prostitution[/lexicon] sowie die Bedingungen unter welchen Bordellbetriebe operieren können mittels Straf- und Verwaltungsgesetzen. Das heißt, Sexarbeit ist prinzipiell erlaubt, unterliegt jedoch zahlreichen Einschränkungen. Das Ausmaß der Regulierung variiert mitunter sehr stark und kann von strikter staatlicher Kontrolle bis hin zur freien Ausübung innerhalb eines gesetzlich definierten Rahmens reichen. Die österreichische Prostitutionspolitik ist diesem Modell zuzuordnen.

      Sexarbeitsregimeerkennen sexuelle Dienstleistungen gesetzlich als Erwerbstätigkeit an. Damit erfolgen (meist) eine Integration ins Gewerberecht und die Möglichkeit einer arbeits- wie sozialrechtlichen Absicherung. Man geht davon aus, dass Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie andere arbeitsbezogene Rechte – wie sie auch für andere Berufszweige gelten – mittels dieses Regimes besser umgesetzt werden können. Gerne werden die Niederlande und Deutschland als Beispiele für dieses Modell der Prostitutionspolitik angeführt, jedoch zeitigte in beiden Ländern das Gesetz aufgrund mangelhafter Implementierung nicht die gewünschten Erfolge. Ein Land, in dem das Sexarbeitsregime weitgehend erfolgreich umgesetzt wird, ist Neuseeland.

      So wie feministische Gruppierungen für ein Verbot von [lexicon]Prostitution[/lexicon] eintreten, machen sich andere Feministinnen für das Sexarbeitsregime unter dem Motto des Empowerments von Frauen, MigrantInnen und anderen marginalisierten Gruppen stark. Sie argumentieren hierbei, dass nur eine rechtliche Gleichstellung mit anderen Berufen dazu führe, Sexarbeit zu entkriminalisieren, die Stigmatisierung von SexarbeiterInnen abzubauen und Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen. Des Weiteren wird argumentiert, dass eine restriktive Gesetzgebung im Bereich [lexicon]Prostitution[/lexicon] (und Migration) Zuhälterei fördere, weil insbesondere migrantische SexarbeiterInnen dadurch verstärkt die Unterstützung von Dritten benötigten. (Vgl. hierzu Hamen 2012, 51-57, die ausführlich auf die unterschiedlichen feministischen Positionen – auch innerhalb des sex-work-Ansatzes – eingeht.)

      Feministische Gruppen verfolgen also unterschiedliche und konträre Prostitutionspolitiken. Ebenso wenig lässt sich eine einheitliche Linie entlang parteipolitischer Ausrichtung feststellen. Die Konfliktlinien verlaufen innerhalb wie zwischen politischen Weltanschauungen. Dies macht Prostitutionsregime nicht nur labil und anfällig für rasche Kursänderungen bei (innerparteilichen) Mehrheitsverschiebungen, sondern weist auch darauf hin, dass hier gesellschaftliche Ordnungen (z.B. Sexualität, Geschlechterhierarchien) verhandelt werden.

      Die Praxis

      Die eingangs skizzierten Prostitutionsregime treten selten in Reinform auf. Prostitutionspolitiken folgen zwar mehr oder weniger einem spezifischen Regime, nehmen aber gleichzeitig häufig Anleihen bei anderen. Zudem besteht meist eine große Diskrepanz zwischen formulierten politischen Zielen, deren gesetzlicher Fassung sowie deren Implementierung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Dennoch haben Gesetze massive beabsichtigte wie unbeabsichtigte Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von SexarbeiterInnen.

      Effekte abolitionistischer Regime – Beispiel Schweden

      Trotz gegenteiliger Behauptungen schwedischer (feministischer) PolitikerInnen haben das schwedische Sexkaufverbot und weitere prostitutionsrelevante Gesetze nicht zu den erwarteten Erfolgen geführt (Dodillet/Östergren 2013). Es hat weder prostitutionshemmende Wirkung, noch werden Freier abgeschreckt und auch die Reduktion von Menschenhandel kann nicht belegt werden. Bedeutender ist jedoch, dass das schwedische Modell gravierende negative Auswirkungen auf die SexarbeiterInnen hat, das Gesetz also nicht, wie von den PolitikerInnen immer betont wird, ausschließlich die Kunden bestrafen würde. In Schweden können SexarbeiterInnen weder Wohnungen noch Hotelzimmer für die Ausübung ihrer Tätigkeit mieten; Bordelle sind per Gesetz verboten. VermieterInnen sind verpflichtet, Mietverträge für Räumlichkeiten, die zur [lexicon]Prostitution[/lexicon] genutzt werden – und seien diese auch gleichzeitig der Lebensraum – zu kündigen. Sie können auch nicht für ihre Dienstleistungen werben. Einer der schwerwiegendsten unbeabsichtigten Effekte dieser Politik ist wohl die verstärkte Stigmatisierung der SexarbeiterInnen. Mit der Behauptung, dass alle SexarbeiterInnen Opfer und ausgebeutet seien (und alle Kunden Missbrauchstäter), werden stereotype Vorurteile genährt und gefestigt. Teils mit weitreichenden und entwürdigenden Konsequenzen, wie etwa, dass Sexarbeiterinnen gerichtlich das Sorgerecht für ihre Kinder abgesprochen wird, weil sie diesen Beruf ausüben. Die Gesetzeslage hält in der [lexicon]Prostitution[/lexicon] tätige Personen davon ab, Hilfe zu suchen, Missstände zur Anzeige zu bringen und bei Gericht auszusagen. Auf dem Straßenstrich gibt es zudem Anzeichen, dass sich das Gewalt- und Ausbeutungsrisiko für SexarbeiterInnen verstärkt haben. Die BefürworterInnen des schwedischen Modells führen ins Feld, dass das Gesetz für jene Frauen geschaffen wurde, die nicht freiwillig der [lexicon]Prostitution[/lexicon] nachgehen, wobei dabei angenommen wird, dass dies beim Großteil der Fall sei. Sexarbeiterinnenorganisationen würden nur die Anliegen einer Minderheit vertreten.

      Regulative Prostitutionsregime – Beispiel Österreich

      In Österreich regeln eine Unzahl von Gesetzen – vom AIDS-Gesetz und Geschlechtskrankheitengesetz, bis hin zum Straf- und Fremdenrecht sowie dem Sozialversicherungs- und Steuerrecht auf nationaler Ebene und den Polizeistrafgesetzen bzw. spezifischen Prostitutionsgesetzen auf Bundesländerebene – sowie Gerichtsentscheide die Ausübung von Sexarbeit. Dementsprechend vielfältig und nahezu unübersichtlich sind die Regelungen. Die Arbeitsgruppe „Länderkompetenzen Prostitution“empfiehlt daher eine österreichweite Regelung der [lexicon]Prostitution[/lexicon]. (Diese ExpertInnengruppe setzt sich zusammen aus VertreterInnen der Exekutive, Verwaltung, Gesundheit, Wissenschaft und Beratungseinrichtungen für SexarbeiterInnen.)

      Auch hierzulande fällt die Umsetzung nationaler wie landesspezifischer Gesetze sehr unterschiedlich aus und führt zu Ungleichbehandlung von in Österreich tätigen SexarbeiterInnen. Die Bandbreite der Regulierungen auf Landesebene ist enorm: in Vorarlberg beispielsweise ist Sexarbeit de facto verboten; für Männer generell und für Frauen ist sie nur in Bordellen zugelassen, solche wurden aber vom Land bislang nicht genehmigt. In Salzburg besteht ein Berufsausübungsverbot für sichtbar schwangere Sexarbeiterinnen. In Wien ist die Anbahnung von sexuellen Dienstleistungen im öffentlichen Raum eingeschränkt möglich, in den meisten anderen Bundesländern ist dies verboten. Auch die nationalen Gesetze werden auf Ebene der Bundesländer sehr unterschiedlich umgesetzt: etwa die Einhebung und Höhe der Pauschalsteuer für SexarbeiterInnen oder die Handhabung der verpflichtenden wöchentlichen Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten, um nur zwei Beispiele zu nennen.

      Österreichische Prostitutionspolitik stellt vor allem den Aspekt der Kontrolle und die Sicherung der öffentlichen Ordnung in den Vordergrund, wenngleich in den letzten Jahren einige neue Landesgesetze erlassen wurden, die auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit anstrebten. Inwiefern dies gelungen ist, müssen erst zukünftige Erhebungen zeigen. Mit dem Fall der Sittenwidrigkeitwäre nun auch eine rechtliche Integration von Sexarbeit ins Arbeits- und Gewerberecht möglich (derzeit werden diesbezüglich auf Ministeriumsebene Gespräche geführt).

      Effekte von Sexarbeitsregimen – Beispiel Neuseeland

      Meines Wissens gibt es in Europa kein einziges Land, in dem das Sexarbeitsmodell tatsächlich umgesetzt worden wäre. Die Prostitutionsgesetze der Niederlande und Deutschlands werden in den Medien immer wieder als Beispiele für das Sexarbeitsmodell angeführt. Der Schein trügt jedoch. In beiden Ländern oblag die Implementierung den Kommunen bzw. Bundesländern; auf nationaler Ebene wurden jedoch keine oder nur mangelhafte Vorkehrungen für die Implementierung getroffen. Insbesondere der deutsche Gesetzgeber schien auf die Selbstregulierung zu vertrauen mit dem Resultat der „Rechtszersplitterung und Rechtsverweigerung“ (Lembke 2012, 115).

      Neuseelanderarbeitete das neue Prostitutionsgesetz (2003) in enger Zusammenarbeit mit SexarbeiterInnenorganisationen, mit dem Ziel, die Menschenrechte von SexarbeiterInnen zu sichern, sie vor Ausbeutung zu schützen sowie ihren Wohlstand, die berufliche Gesundheit und Sicherheit zu fördern. Der wesentlichste Pfeiler ist die Anerkennung der Sexarbeit als eine Erwerbstätigkeit, wobei die Weisungsbefugnis der ArbeitgeberInnen/ BordellbetreiberInnen eingeschränkt ist. [lexicon]Prostitution[/lexicon] ist im Wesentlichen nur durch das Prostitutionsgesetz und das Gesetz zur Gesundheit und Sicherheit in Beschäftigungsverhältnissen aus dem Jahr 1992 (dieses gilt für alle Berufe) geregelt. Ansonsten gelten die gleichen Regelungen wie für andere Berufe auch. Wie bei anderen, nicht in der Sexindustrie beschäftigten Personen, können arbeitsrechtliche Konflikte (außer-) gerichtlich geregelt werden.

      Die zwischen 2004 und 2008 erfolgte, äußerst umfangreiche Evaluierung des Gesetzes (New Zealand Government 2008) bescheinigt nicht nur weitreichende Umsetzung, sondern eine Zielerreichung in vielen Belangen. (Eingebunden in die Evaluierung waren das Justiz- und Frauenministerium, die Gesundheitsbehörde, die Wirtschaftskammer und VertreterInnen aus allen Bereichen von der Kirche bis zu Sexarbeiterinnen und NGOs; wissenschaftlich federführend war das Crime and Justice Center of Victoria University.) Die befragten Sexarbeiterinnen (insgesamt 700) gaben an, nun bei der Ausübung ihrer Tätigkeit weitaus selbstbestimmter agieren zu können. Darauf weist auch hin, dass zwar die Anzahl der Sexarbeiterinnen insgesamt relativ gleich geblieben ist, jedoch jener, die alleine oder zu zweit arbeiten, gestiegen ist. Zudem habe sich das Verhältnis zur Polizei deutlich gebessert. Die Polizei bestätigt dies insofern, als sie nun mehr Informationen über kriminelle Handlungen bekämen und so leichter gegen solche vorgehen könnten. Zudem sei ein Rückgang an Korruption festzustellen. Handlungsbedarf wird von der Evaluierungskommission bei der Ausweitung von Rechten für migrantische Sexarbeiterinnen gesehen. Sie empfiehlt auch eine Verlängerung des Zulassungszeitraums für Bordelle auf drei Jahre. Kontroversen bestehen in Hinblick auf das von Gemeinden geforderte Recht, die Ansiedlung von Bordellbetrieben auf bestimmte Stadtgebiete einzuschränken.

      Schlussfolgerungen

      Die im Rahmen der internationalen Vergleichsstudie zu der Implementierung und den Effekten von Prostitutionspolitik in Österreich von LEFÖ und MAIZ durchgeführten 85 Interviews mit Sexarbeiterinnen bestätigen, dass Gesetze massive Auswirkungen auf deren Arbeits- und Lebensbedingungen haben (Wagenaar et al. 2013). Insbesondere fremdenrechtliche Regelungen beeinflussen in hohem Maße die geographische Mobilität von migrantischen SexarbeiterInnen. Andere, wie etwa die Neuregelung der Straßenprostitution im Wiener Prostitutionsgesetz 2011, führten dazu, dass ein Teil der auf der Straße arbeitenden Frauen die Stadt verließen, andere wechselten in den Indoors-Sektor (z.B. Bordelle, Laufhäuser, Studios) oder in die illegale Wohnungsprostitution. Sexarbeiterinnen brachten im Interview zum Ausdruck, dass die Legalität der [lexicon]Prostitution[/lexicon], die sie hier in Österreich vorfanden, ihre Arbeitsbedingungen wesentlich erleichtert und diese sie weniger abhängig von Dritten mache. Damit behaupte ich nicht, dass es in Österreich keine ökonomische wie sexuelle Ausbeutung gibt (wir haben solche in den verschiedensten Ausprägungen gefunden), aber die Interviewten verdeutlichten, dass sie sich in einem legalen Setting leichter dagegen wehren und den Arbeitsplatz wechseln können. Legalität erhöht meines Erachtens den Handlungsspielraum und die Unabhängigkeit der SexarbeiterInnen.

      Ebenso wenig – so ein weiteres Studienergebnis – gibt es die politische Lösung. Vielmehr sind eine sorgfältige Planung der Implementierung von Gesetzen und der Auswahl von politischen Instrumenten (z.B. Information, Begleitmaßnahmen wie Beratung, Kontrollen, Strafen) entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg von (Prostitutions-)Politik. Wohl überlegte Koordination einer großen Bandbreite von administrativen und Vollzugsmaßnahmen, ebenso Vertrauen zwischen den kooperierenden Verwaltungseinheiten sowie zwischen Behörden und SexarbeiterInnen sind Voraussetzungen für den Erfolg. Wie das Beispiel Neuseeland zeigt und von SexarbeiterInnen auch immer wieder gefordert wird, ist die Einbeziehung von SexarbeiterInnen in die Gesetzesentwicklung und Implementierung notwendig. Nur Rechte schützen SexarbeiterInnen vor Gewalt und Ausbeutung, nicht paternalistische und moralisierende Haltungen.


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      "Leide mit einem Lächeln"
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