Alles über Kondome

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    • Alles über Kondome


      Kondom-Produktion am Amazonas

      Liebesfabrik produziert "Venushemdchen"

      Im Amazonas schlägt Brasilien zwei Fliegen mit einer Klappe. Eine Fabrik gibt Menschen Arbeit und ist gleichzeitig eine Bastion im Kampf gegen [lexicon]Aids[/lexicon]. Dort werden Kondome aus dem legendär-guten brasilianischem Naturkautschuk hergestellt.


      Tief im Amazonas-Becken in Brasiliens abgelegenem Norden schneidet Raimundo Pereira fachmännisch Rillen in einen Kautschukbaum. Den weißen Saft liefert er an die Natex-Kondomfabrik in Xapuri - für die weltweit einzigen Kondome aus Regenwald-Latex. Das von den Einheimischen "Liebesfabrik" genannte Non-Profit-Unternehmen wurde 2008 unter Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gegründet. Es soll den Kautschukzapfern gut bezahlte Arbeit bieten und die Regierung im Kampf gegen [lexicon]Aids[/lexicon] unterstützen.

      Pereira arbeitet zügig und präzise, schließlich macht er diese Arbeit seit seinem neunten Lebensjahr. Damals begleitete er seinen Vater, der ebenfalls als Kautschukzapfer arbeitete - wie auch sein Großvater. "Und mit 51 Jahren mache ich es immer noch", erzählt er. "Ich mag diese Arbeit, weil die Luft hier sauber ist. Ich werde weitermachen, solange mein Körper durchhält." Lesen und Schreiben hat Pereira nie gelernt, doch wisse er viel über "Produkte aus dem Wald und über Heilpflanzen", sagt er. "Heute denke ich nicht mehr darüber nach, Lesen zu lernen. Ich bin stolz, weil die Fabrik mich in die Gesellschaft integriert und mir einen besseren Lohn gegeben hat."

      100 Millionen Gratis-"Venushemdchen"

      Die Regierung finanzierte das Unternehmen im Bundesstaat Acre mit umgerechnet fast zehn Millionen Euro. "Zum einen sollte es eine brachliegende Industrie wiederbeleben, als die Preise für Kautschuk eingebrochen waren, aber gleichzeitig sollte damit der Kampf gegen [lexicon]Aids[/lexicon] mit der kostenlosen Verteilung von Kondomen unterstützt werden" sagt Fabrikdirektorin Dirlei Bersh. Als das Werk eingeweiht wurde, war Verhütung im vorwiegend katholischen Brasilien noch ein Tabuthema. "Am Anfang haben sich die Leute lustig gemacht", erinnert sich Bersh. "Aber heute sind die 170 Natex-Angestellten stolz auf die Rolle, die die Fabrik in der Aids-Prävention spielt."

      Natex produziert heute rund hundert Millionen Präservative - oder "Venushemdchen", wie sie auf Portugiesisch heißen - und damit ein Fünftel der jährlich von den Gesundheitsbehörden kostenlos ausgegebenen Menge. Damit wurde eine lange Tradition wiederbelebt: Im späten 19. Jahrhundert verhalf Kautschuk der Region zu Wohlstand, damals entstand etwa das imposante Opernhaus in der Stadt Manaus mitten im Regenwald. Doch als von 1912 an Malaysia und Sri Lanka effizienter und in größeren Mengen Latex produzierten, verlor Manaus sein Produktionsmonopol. Briten hatten während des Kautschukbooms Samen aus der Amazonas-Region nach Asien geschmuggelt.

      270 Prozent über dem Marktpreis

      In Brasilien sind 730.000 Menschen [lexicon]HIV-positiv[/lexicon]. Das Land ist Vorreiter im Kampf gegen [lexicon]Aids[/lexicon], Infizierte und Kranke werden kostenlos behandelt. Dazu trägt auch Natex bei: "Natex ist die einzige Kondomfabrik weltweit, die 'heimisches' Latex verwendet. Seine Elastizität und Reißfestigkeit sind dem des Plantagen-Latex, der vor allem aus Malaysia eingeführt wird, weit überlegen", betont Bersh. Insgesamt wurden 700 Kautschukzapfer-Familien in der Region angeworben, 489 lieferten dieses Jahr 250 Tonnen natürlichen Gummi, für überdurchschnittliche Bezahlung: "Kautschukzapfer erhalten acht Reais (2,50 Euro) pro Kilo Kautschuk, das liegt 270 Prozent über dem Marktpreis", erklärt Bersh.

      "Wäre Chico Mendes noch am Leben, er wäre glücklich, dass der Kampf, den er begann, noch immer Früchte trägt", glaubt Zapfer Pereira. "Sein Traum war es, den Wald leben zu sehen." Der Arbeiterführer und Umweltschützer hatte sich für eine nachhaltige Nutzung des Regenwaldes eingesetzt und wurde 1988 in Xapuri von Großgrundbesitzern erschossen.

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      n-tv.de/panorama/Liebesfabrik-…chen-article14165316.html
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • „Es geht um die Breite, nicht um die Länge“

      KONDOMBERATER IM INTERVIEW

      „Es geht um die Breite, nicht um die Länge“

      Jan Vinzenz Krause hat sich lange geärgert, dass es bei Kondomen nur Einheitsgrößen gab. Um das zu ändern, entwickelte er Konfektionsgrößen für Präservative, und vertreibt diese über das Internet. Mit Erfolg.


      Mehr als 80 Prozent der Männer hatten schon einmal große Probleme mit einem [lexicon]Kondom[/lexicon], weil es nicht richtig passte. Was Jan Vinzenz Krause schon immer ahnte, wurde bei einer eigens von ihm durchgeführten Umfrage unter 2500 Männern bestätigt: Die meisten von ihnen kaufen sich die falschen Kondome. Heute berät Krause 20.000 Menschen im Monat bei der Wahl des richtigen Gummis.

      Herr Krause, Sie sind Kondomberater. Wie wird man das?

      Mit 17 Jahren hatte ich so ein Kondomerlebnis. Ich wollte mir mit meiner Freundin im Schlecker Kondome kaufen, hatte aber keine Ahnung, welche ich nehmen sollte. Also habe ich die Verkäuferin gefragt, die mir einfach die Marke empfahl, die die meisten Leute kaufen. Einfach nur furchtbar. Diese Kondome ließen sich schlecht abrollen und waren eng wie eine Presswurst. Sie saßen einfach nicht richtig. Ein Lustkiller. Meinen Freunden ging es ähnlich. Seitdem wollte ich das perfekte [lexicon]Kondom[/lexicon] für jeden finden.

      Wie sucht man nach dem perfekten Kondom?

      Zuerst habe ich in Eigenversuchen und an selbst gebauten Holzmodellen viele Kondome getestet. Dabei hat sich bestätigt: Es gibt einfach zu wenige Größen. Ich fragte mich: Warum eigentlich? Schließlich kann man ja auch Schuhe in verschiedenen Größen kaufen, weil wir alle unterschiedliche Füße haben.

      "Männer sind sehr unterschiedlich bestellt"

      Wie viele Kondom-Größen gibt es denn?

      Die meisten Hersteller haben eine Standardgröße und ein XL-Modell, das etwas größer ist. Es gibt aber mittlerweile sehr viele Statistiken über Penisgrößen, die zeigen, dass Männer da wirklich sehr, sehr unterschiedlich bestellt sind. Trotzdem kann man im Drogeriemarkt nur zwei bis drei verschiedene Größen kaufen, die aber sehr nah beieinander liegen. Apotheken haben auch nur eine leicht größere Auswahl.

      Und wie wollten Sie das ändern?

      Als Student habe ich ein Praktikum bei einem der größten Kondomhersteller gemacht. Dort habe ich zu den Entscheidern gesagt: Macht doch mal Kondome in verschiedenen Größen! Die sagten aber immer, das brauche man nicht. Kondome seien doch dehnfähig. Also habe ich beschlossen: Dann mache ich das eben selber. Ich habe eine Internetplattform gegründet, um Menschen zu beraten. Mittlerweile bekomme ich um die 20.000 Anfragen pro Monat und viele schreiben mir, dass ihr Sexualleben durch die passenden Kondome viel erfüllter geworden ist.

      Penismaßband zum Downloaden

      Wie läuft die Beratung ab?

      Auf der Internetseite kann man sich ein Penismaßband runterladen, ausmessen und seine Daten eingeben. Dann bekommt man eine Empfehlung für das passende [lexicon]Kondom[/lexicon].

      Und Sie haben mehr Größen als die Drogerie oder die Apotheke?

      Ja. Ich habe gemeinsam mit einem anderen Unternehmer die Marke MySize entwickelt. Seitdem beglücken wir Europa mit Kondomen in verschiedenen Konfektionsgrößen.

      Wie viele Größen haben Sie, um alle Europäer abzudecken?

      Insgesamt sieben. Studien zeigen, dass die meisten Männer eine Kondomgröße zwischen 47 und [lexicon]69[/lexicon] Millimeter Umfang brauchen. Es geht um die Breite, nicht um die Länge. Ich habe eine Penisdatenbank, in der über zwei Millionen Fälle aus allen europäischen Ländern gespeichert sind. Die Durchschnittsgröße ist nämlich je nach Land durchaus unterschiedlich. Franzosen brauchen im Schnitt die größten Kondome, Griechen eher kleinere. Die Deutschen liegen im oberen Mittelfeld.

      Sprühkondom gescheitert

      Aber ein ganz maßgeschneidertes [lexicon]Kondom[/lexicon] gibt es noch nicht?

      Ich habe einmal versucht, ein [lexicon]Kondom[/lexicon] zum Sprühen aus der Dose zu entwickeln. Darauf bin ich gekommen, als ich diese Sprühpflaster an meinem Finger ausprobiert habe. Da dachte ich: Cool, das müsste doch auch für Kondome gehen. In meiner Garage habe ich an einem Prototypen getüftelt. Im Modell hat das auch funktioniert. Man müsste eine [lexicon]Erektion[/lexicon] allerdings um die drei Minuten aufrecht halten, bis das [lexicon]Kondom[/lexicon] getrocknet ist. Das ist natürlich ein Problem.

      Ist ja auch nicht so toll, mittendrin auf einmal eine Spraydose auszupacken, oder?

      Trotzdem war es eine gute Idee. Ich habe aus der ganzen Welt Anfragen von Entwicklern aus der Kondomindustrie bekommen. Letztendlich haben wir aber keine technische Lösung gefunden, um das Sprüh-Kondom marktfähig zu machen. Bei Verhütungsmitteln gibt es sehr hohe Auflagen. Es sind schließlich Medizinprodukte. Und sie müssen vor allem sicher sein.

      Sie gehen auch an Unis, um Studenten in Kondomfragen zu beraten. Haben Sie das Gefühl, die gehen heute lockerer mit dem Thema um?


      Unsere Gesellschaft ist vor allem in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren sehr viel offener im Umgang mit Sexualität geworden. Das sieht man auch an Kinofilmen wie Shades of Grey oder [lexicon]Sex[/lexicon] Tape. In den 60er-Jahren wurden Kondome noch klammheimlich beim Friseur unterm Ladentisch verkauft. Ich zum Beispiel bin nur auf der Welt, weil meine Eltern sich einfach nicht getraut haben, ein [lexicon]Kondom[/lexicon] zu kaufen.

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      Aufklärung an Schulen

      Jan Vinzenz Krause, 37 Jahre alt, geboren in Bonn, studierte BWL in Greifswald und Tübingen.

      Das Institut für Kondom-Beratung im baden-württembergischen Singen wird von ihm geleitet. Die Idee entstand, weil er selbst unzufrieden mit den Einheitsgrößen war.

      Gemeinsam mit [lexicon]Pro Familia[/lexicon] betreibt er mittlerweile sexuelle Aufklärung in Schulen und Universitäten.

      Im Internet gibt es die Kondome nach Maß.Auf der Internetseite wird auch die Messung genau erklärt.



      berliner-zeitung.de/panorama/k…e-,10808334,29475710.html
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Kondom mit Flügeln

      [lexicon]Kondom[/lexicon] mit Flügeln

      Haltegriffe sollen das Abrollen erleichtern, hauchdünne Materialien den Latex ersetzen: Forscher arbeiten an neuen Präservativen, die auch widerspenstige Männer überzeugen.

      Robert Richter stellt einen Holzpenis vor sich auf den Tisch. Dann zieht er ein verpacktes [lexicon]Kondom[/lexicon] aus einer Pappschachtel, reißt die Schutzfolie auf und versucht, das [lexicon]Kondom[/lexicon] über das künstliche Genital zu stülpen. Der Gummi gibt ein paar Millimeter nach, dann schießt er in die Luft und fliegt in hohem Bogen über das Kaffeegeschirr. Richter lächelt. "Ich habe das [lexicon]Kondom[/lexicon] falsch herum abgerollt", sagt er. Seine Botschaft: Nicht Kondome, sondern die Benutzer vermasseln die Verhütung. "Unsere Kondome gelten als sicher", sagt der Chef der Bielefelder Kondomfabrik Ritex, eines mittelständischen Betriebs. "Deshalb müssen wir sie nicht ständig neu erfinden."

      Doch über diese Aussage lässt sich streiten. Schließlich sollte es zu denken geben, dass viele Männer noch immer auf Kondome verzichten - aus religiösen Gründen oder weil ihnen das [lexicon]Kondom[/lexicon] schlicht lästig ist. Gesucht werden deshalb Präservative, die leichter anzuwenden sind und mehr Gefühl zulassen.

      Sorgen bereitet den Public-Health-Experten die große Zahl der Verweigerer

      Insbesondere die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates und seiner Frau Melinda fördert in ihrem globalen Kampf gegen [lexicon]Aids[/lexicon] und [lexicon]HIV[/lexicon] die Entwicklung einer neuen Generation von Kondomen. Wichtigstes Ziel: Sie sollen Männer nicht mehr vom Gebrauch abschrecken. Die Stiftung hat deshalb bei Wettbewerben im November 2013 und im Juni 2014 jeweils elf Vorschläge für neue Kondome mit 100 000 US-Dollar honoriert. Zu den Prämierten gehört etwa die Firma Origami Healthcare Products aus Los Angeles, die ein ganz neues Produkt verspricht: "Das alte, gerollte [lexicon]Kondom[/lexicon] hat keine Zukunft mehr", sagt Firmensprecher Mark Bardwell. "Es ist nur deshalb erfolgreich, weil wir nie eine Alternative hatten. Dabei gab es schon immer viele Beschwerden."

      Die Entwickler von Origami haben ein [lexicon]Kondom[/lexicon] entwickelt, das einer Ziehharmonika ähnelt. Es lässt sich leicht aufklappen und über den [lexicon]Penis[/lexicon] stülpen. Auf der Innenseite ist es mit Gleitgel beschichtet. So soll es die Feuchtigkeit einer [lexicon]Vagina[/lexicon] imitieren und für ein authentisches Berührungsempfinden sorgen. Die Firma entwickelt zudem ein "gender-neutrales" Analkondom, das im Frühjahr 2016 auf den Markt kommen soll. Viele Details gibt der Hersteller dazu allerdings nicht bekannt.

      Ein Forscherteam um den Ingenieur Robert Gorkin von der australischen Universität Wollongong erhielt die Gates-Fördersumme für ein [lexicon]Kondom[/lexicon] aus Hydrogel. Hydrogele bestehen aus Wasser, das von Polymeren zusammengehalten wird. Es ist weicher als Latex und biologisch abbaubar. Gorkin sagt, es fühle sich wie menschliches Gewebe an. Es soll - wie alle neuen Entwicklungen - für ein besseres Gleitgefühl sorgen. Forscher der Universität Manchester wollen ihre Fördersumme hingegen in ein [lexicon]Kondom[/lexicon] aus Nano-Materialien wie Graphen investieren, das mit Latex vermischt wird. Das fertige Material soll so dünn sein, dass es fast nicht mehr zu sehen ist.

      Bisher waren die meisten neuen Kondome Nieten

      Ritex-Chef Richter begegnet solch ambitionierten Ankündigungen mit Gelassenheit. Die Branche und ihre Kunden verhalten sich bislang eher konservativ. Würde ein gänzlich neues [lexicon]Kondom[/lexicon] den Markt erobern, wäre das nicht nur für ihn eine Überraschung. Viele angekündigte Neuschöpfungen erwiesen sich in der Vergangenheit als Nieten, neue Materialien erfüllten ihren Zweck nicht. Vor einigen Jahren testete das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in Bethesda, USA, ein in Pilotstudien vielversprechendes, einfaches "chemisches [lexicon]Kondom[/lexicon]" - ein Gel, das Frauen vor dem [lexicon]Sex[/lexicon] in die [lexicon]Scheide[/lexicon] einführen sollten. Die Studie wurde abgebrochen. Das Mittel schützte nicht wirksam gegen die Ansteckung mit [lexicon]HIV[/lexicon].

      Richter setzt vor allem auf eine optimierte Produktion. Schon 1912 hatte der deutsche Gummifabrikant Julius Fromm die Idee, Kondome mittels Glaskolben herzustellen, die er in eine Kautschuk-Mischung tunken ließ. An dem Grundprinzip hat sich bis heute wenig geändert. Allerdings ist die Produktion weitgehend automatisiert, um gleichbleibende Qualität zu gewährleisten. Betritt man die Ritex-Werke, sieht man links und rechts eine lange Reihe hängender "Glaspenisse" - Kolben, die automatisch verschiedene Stationen durchlaufen. Sie werden dabei in eine Kautschuk-Flüssigkeit getunkt. Beim Auftauchen weisen sie eine dünne, farbige Schicht auf. Die Kolben werden ein zweites Mal getaucht, damit sich mögliche Lücken im Material schließen.

      Das Verfahren bei Ritex unterscheidet sich nur unwesentlich von dem der Konkurrenz - gleiches gilt für die Qualität. Die Firmen versuchen daher, mit ihren Marken unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen: Mitbewerber Mapa wirbt mit der Marke Billy Boy vor allem um Teenager, Ritex und Durex sprechen eher Männer ab 20 an.

      Die Vermarktung kleinerer Größen ist heikel

      Standardkondome sind heutzutage alle etwa 170 Millimeter lang. Der untere Ring hat einen Durchmesser von etwa 50 bis 55 Millimeter. Da sich die Penisgröße unterscheidet, bieten einige Hersteller Kondome mit geringerem Durchmesser an. "Ihre Vermarktung ist allerdings heikel", sagt Richter. "Wer will ein [lexicon]Kondom[/lexicon] kaufen, dessen Verpackung einen kleinen [lexicon]Penis[/lexicon] suggeriert?" Sie heißen daher schlicht "Perfect Fit". Durex bietet sie als "Durex Love" an. Die Unternehmen bieten freilich auch extragroße Kondome an. Da Kondome jedoch extrem elastisch sind, sollen die Übergrößen eher das Selbstbewusstsein des Mannes stärken. Sicher seien jedenfalls alle, versichert Richter.

      Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Die Sicherheit von Verhütungsmitteln gibt der sogenannte Pearl-Index an. Er entspricht der Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen, die ein Jahr lang eine Verhütungsmethode angewendet haben. Das [lexicon]Kondom[/lexicon] hat im Idealfall einen Index-Wert von 2 oder noch besser. Das heißt: Bei 100 Frauen kommt es innerhalb eines Jahres zu höchstens zwei Schwangerschaften. In der Praxis ist dieser Wert aber wenig aussagekräftig.

      Das Kinsey-Institut an der Universität Indiana, USA, wertete 2012 verschiedene Studien zur weltweiten Kondomnutzung aus. Dabei zeigte sich, dass knapp ein Viertel bis zur Hälfte der Nutzer angeben, an der Spitze des Kondoms keinen Platz für das [lexicon]Sperma[/lexicon] zu lassen. Das [lexicon]Kondom[/lexicon] kann daher dem Druck der [lexicon]Ejakulation[/lexicon] nicht immer standhalten. Ein Zehntel der Nutzer öffnet zudem Kondom-Verpackungen mit scharfen Gegenständen. 30 Prozent setzen es falsch herum auf und drehen es dann um. Dadurch wächst das Risiko, eine Krankheit zu übertragen. Trotz Gummi.

      [lexicon]Kondom[/lexicon] mit Netzanschluss

      Noch größere Sorgen bereitet den Public-Health-Experten allerdings die große Zahl der Kondom-Verweigerer. In Deutschland verzichteten immerhin 28 Prozent der Männer, die 2013 mehrere Sexualpartner hatten, auf Kondome. In einigen afrikanischen Ländern erreicht der Anteil sogar mehr als 50 Prozent. "Weniger Freude am [lexicon]Sex[/lexicon] ist typischerweise der Hauptgrund", sagt Stephen Ward von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung. Dabei geht es nicht nur um das Gleitgefühl: Nach einer weiteren Kinsey-Studie berichten drei von zehn Männern, dass bei ihren letzten drei Versuchen, ein [lexicon]Kondom[/lexicon] aufzusetzen, mindestens einmal der [lexicon]Penis[/lexicon] schlappmachte. "Stellt sich also die Frage, ob wir Kondome nicht doch besser hinbekommen", sagt Ward.

      Die Gates-Stiftung unterstützt auch Willem van Rensburg von der Firma Kimbranox aus Südafrika. Er entwarf als Abrollhilfe eine neue Verpackung: Man greift sie mit beiden Händen seitlich und reißt sie wie ein Knallbonbon auf. Das [lexicon]Kondom[/lexicon] bleibt seitlich an der Verpackung haften, so dass man sie als Griff benutzen und das [lexicon]Kondom[/lexicon] herunterziehen kann. Ein ähnliches Prinzip hat die niederländische Firma Wingman auf den Markt gebracht: Ein [lexicon]Kondom[/lexicon] mit Flügeln, die als Haltegriff dienen. Das [lexicon]Kondom[/lexicon] der amerikanischen Firma Galactic Cap will die Abrolltechnik komplett umgehen: Der Nutzer legt sich vor dem [lexicon]Sex[/lexicon] einen dünnen, selbstklebenden Kunststoffring auf die [lexicon]Eichel[/lexicon]. Kommt es zum [lexicon]Sex[/lexicon], muss er nur noch eine Kunststoff-Mütze auf den Ring setzen. Der [lexicon]Penis[/lexicon] bleibt größtenteils frei. Die Kondome sollen noch im laufenden Jahr in den Handel kommen.

      Anfang des Jahres wollten Studierende der Universität Georgia Tech außerdem ein [lexicon]Kondom[/lexicon] mittels Crowdfunding finanzieren, das über Kabel elektrische Impulse auf den [lexicon]Penis[/lexicon] jagt, um ihn zu stimulieren. Die Elektronik ist in einem Kleidungsstück vernäht, was einige Akrobatik im Bett erfordert. Impulsstärke und Frequenz sollen über eine App gesteuert werden. Die Finanzierung scheiterte - offensichtlich sind Männer doch noch nicht bereit für das [lexicon]Kondom[/lexicon] mit Netzanschluss.

      Wofür aber sind sie bereit? Die Bedürfnisse unterscheiden sich stark. "Einige Männer wollen, dass das [lexicon]Kondom[/lexicon] aussieht, als wäre es nicht vorhanden", erklärte Ron Frezieres vom California Family Health Council der New York Times. "Andere wollen ein [lexicon]Kondom[/lexicon], das wie ein rotes Neonschild vor sich hin leuchtet und vibriert." Frezieres lässt regelmäßig Kondome testen und stößt auch auf bizarre Modelle. Kürzlich war eines dabei, das den [lexicon]Penis[/lexicon] erwärmt. Einige Männer erklärten, dass sich der [lexicon]Penis[/lexicon] anfühlt, als würde er brennen. Andere erfreuten sich eines intensiveren [lexicon]Orgasmus[/lexicon].

      Doch selbst diese unabhängigen Tests sagen nicht viel über die Marktchancen aus. Die Zufriedenheit mit Kondomen hänge stark davon ab, wie gut der [lexicon]Sex[/lexicon] sei, erklärte Frezieres. Fest steht daher nur: Die neuen Superkondome müssen nicht unbedingt super sein - es wäre schon ein Fortschritt, wenn sie ein wenig besser werden als die bisherigen.

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      Eine kleine Geschichte des Kondoms

      Die ersten Belege für den Vorläufer des modernen Kondoms stammen aus dem 16. Jahrhundert. Der italienische Arzt Gabriele Falloppio beschrieb, wie sich die Bevölkerung vor der [lexicon]Geschlechtskrankheit[/lexicon] Syphilis schützen kann. Er erwähnte ein Leinensäckchen, das man sich um den [lexicon]Penis[/lexicon] band. "Das Säckchen musste mit Ölen und Kräutersubstanzen imprägniert werden", sagt Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung. "Diese Substanzen sollten die Löcher des Stoffes abdichten, auch wurde ihnen eine medizinische Wirkung zugeschrieben. Welche Substanzen das waren, verriet Fallopio nicht - es war ärztliches Geheimwissen."

      Die Leute kamen schnell auf die Idee, dass ein Säckchen, das vor Ansteckungen schützt, auch Schwangerschaften verhindert. In der Literatur des 17. Jahrhunderts tauchte das [lexicon]Kondom[/lexicon] bereits in dieser Doppelfunktion auf. Im späten 18. Jahrhundert etablierten sich in London zwei kleine Läden, die Kondome offiziell verkauften. Die Kondome wurden unter anderem aus Schafsdärmen hergestellt. Sie mussten einige Stunden eingeweicht werden, damit sie halbwegs angenehm saßen. Nach der Nutzung wurden sie ausgewaschen und wieder verwendet.

      1839 gelang dem Amerikaner Charles Goodyear die Vulkanisierung von Kautschuk. Das Gummikondom war geboren. Es war wasser-, wärme- und kältefest, doch Goodyear musste das Material noch zusammennähen lassen. 1912 tauchte der deutsche Gummifabrikant Julius Fromm einen Glaskolben in eine Gummilösung ein. Das ermöglichte die erste Serienproduktion von nahtlosen Kondomen. Kondome erreichten schließlich mit dem Ersten Weltkrieg den Massenmarkt, als Soldaten unterwegs verhüteten und die Kondome schließlich in die Ehe mit einbrachten. Der Verkauf allerdings blieb bis in die 1960er-Jahre ein [lexicon]Tabu[/lexicon]. Oft wurden Kondome beim Friseur gedealt: Die Männer legten ein paar zusätzliche Münzen hin - der Friseur wusste dann, was er über die Theke schieben sollte.

      Die Kondom-Hersteller machten auf diese Weise gute Geschäfte, bis in den 1960ern die Antibabypille auf den Plan trat - und die Konkurrenz aus Asien immer stärker wurde. Erst mit der Verbreitung des Aids-Erregers [lexicon]HIV[/lexicon] in den 1980er-Jahren und dem Tod von Hollywoodstar Rock Hudson änderte sich das Image der Kondome erneut. Seit 2005 liegt der jährliche Absatz von Kondomen in Deutschland zwischen 200 und 250 Millionen Exemplaren.


      sueddeutsche.de/gesundheit/ver…om-mit-fluegeln-1.2296235
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Lovability möchte die Kondom-Industrie mit schicken Designs revolutionieren

      3.2.2015

      Lovability möchte die Kondom-Industrie mit schicken Designs revolutionieren

      Kondome schützen vor einer ungewollten Schwangerschaft und vor Infektionen. Führende Kondom-Hersteller setzen bei den Verpackungen auf bunte aufgelockerte Motive und dennoch überkommt einem Großteil der Verbraucher beim Kauf ein gewisses Schamgefühl. Dieser Problematik möchte das junge Team von Lovability in Zukunft Einhalt gewähren.

      [Blockierte Grafik: http://www.sexworker.at/phpBB2/userpix/1367_kondomverpackungen2_1.jpg]

      Kondome kaufen kann in Zukunft Spaß machen

      Mit schicken und schützenden Schachteln aus Blech und einem dezenten Logo sowie Lebensweisheiten auf der Rückseite, sollen die neuen Kondom-Verpackungen die Kondom-Industrie revolutionieren. In einer Lovability sind drei Kondome enthalten, die mit einer ebenfalls sehr durchdachten Verpackung zusätzlich geschützt werden. Die Verpackung muss nicht wie herkömmliche Kondome-Verpackungen aufgerissen werden, sondern lässt sich einfach über eine Lasche öffnen. Die Schutzfunktion geht durch die zweifache Verpackungsmethode nicht verloren.

      Die Lovability Kondome kommen bei weiblichen Verbrauchern ziemlich gut an. Auf dem ersten Blick erkennt man nicht gleich, was sich in den runden Schächtelchen verbirgt. Die Kondomverpackungen sehen schick aus und dürften auch in der Damen-Handtasche eine gute Figur machen. Im folgenden Videoclip werden die revolutionären Kondome vorgestellt. Aktuell sammelt Lovability über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo Geld für den Start der Massenproduktion ein. Die Lovability-Verpackungen sollen in Zukunft in unterschiedlichen Designs daher kommen. Zudem sollen die Verbraucher auch in den Genuss kommen, die Schächtelchen individuell gestalten zu können. Eine tolle Sache, wie wir finden.

      trendsderzukunft.de/lovability…volutionieren/2015/02/02/
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      "Leide mit einem Lächeln"
    • Kondom-Aktien explodieren nach Seitensprung-Freigabe

      3.3.2015





      Kondom-Aktien explodieren nach Seitensprung-Freigabe





      Untreue-Ehebruch steht nicht mehr unter Strafe in Korea, entschied das
      oberste Gericht. Das befeuert den Aktienkurs von Kondom-Hersteller
      Unidus und eines Produzenten der «Pille danach».






      Am Donnerstag entschied das südkoreanische Verfassungsgericht, dass
      Ehebruch künftig nicht mehr als Verbrechen geahndet werden soll. Das
      Verbot sei unvereinbar mit den Persönlichkeitsrechten und deshalb
      verfassungswidrig, urteilten die Richter.





      Konservative Stimmen warnten vor diesem Schritt: Der Staat fördere damit
      den Sprung ins fremde Bett. Progressivere Experten halten dagegen, dass
      in Ländern, wo dieser Schritt gemacht wurde, die Ehebruch- oder
      Scheidungsraten nicht beeinflusst wurden.





      Kondom-Aktien gehen durch die Decke





      Ein Industriezweig hofft aber, dass die Koreaner nun massenweise der
      Untreue frönen: die Kondom-Industrie. Nach dem Urteil gingen die Aktien
      des populärsten südkoreanischen Kondomherstellers, Unidus, durch die
      Decke. Die Titel legten am Donnerstag um 15 Prozent zu. Höhere
      Tagesgewinne dürfen die in Seoul gelisteten Titel gar nicht verzeichnen.





      Die Titel von Hyundai Pharmaceuticals, der Pharmasparte des
      südkoreanischen Megakonzerns, legten ebenfalls fast zehn Prozent zu.
      Kein Wunder: Hyundai Pharmaceuticals produziert die «Pille danach» und
      Schwangerschaftstests.





      http://www.handelszeitung.ch/invest....tensprung-freigabe-746829
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    • BGH-Urteil: Siegel "Made in Germany" für Kondome aus dem Ausland verboten

      11.3.2015
      BGH-Urteil: Siegel "Made in Germany" für Kondome aus dem Ausland verboten

      Darf ein Kondomhersteller mit dem Siegel "Made in Germany" werben - auch wenn die Latexrohlinge aus dem Ausland kommen und in Deutschland lediglich überprüft werden? Nein, entschied nun der Bundesgerichtshof.

      Karlsruhe - Nur ein in Deutschland hergestelltes [lexicon]Kondom[/lexicon] darf mit "Made in Germany" beworben werden. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs (BGH) reicht es für das Siegel nicht aus, wenn im Ausland hergestellte Kondom-Rohlinge in Deutschland nur überprüft werden.Ein Kondomhersteller aus Thüringen hatte Latexrohlinge aus Fernost importiert und diese dann in Deutschland befeuchtet, verpackt und versiegelt sowie auf Dichtigkeit und Reißfestigkeit untersucht. Im Internet wurden die Produkte dann mit "Made in Germany" beworben.
      Dagegen hatte ein Konkurrenzunternehmen geklagt. Es sah darin eine Irreführung der Verbraucher und bekam in den Vorinstanzen recht. Der
      Kunde erwarte, dass die wesentlichen roduktionsschritte bei "Made in Germany" nicht im Ausland, sondern in Deutschland stattfänden, urteilte zum Beispiel das Oberlandesgericht Hamm 2013.So entschied nun auch der BGH (Az.: I ZR 16/14). "Demnach reichen Qualitätskontrollen in Deutschland nicht aus, um mit dem Siegel werben zu dürfen", sagte der Bielefelder Anwalt des Klägers.
      http://www.spiegel.de/panorama/gese....tellt-sein-a-1022854.html
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