"Pille danach" Ab Mitte März rezeptfrei

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • "Pille danach" Ab Mitte März rezeptfrei

      5.2.2015
      NOTFALLVERHÜTUNG

      "Pille danach"

      Ab Mitte März rezeptfrei


      Ab 15. März sollen sich Frauen einfach in der Apotheke die "Pille danach" holen können, die Rezeptflicht entfällt.

      Lange gab es Unklarheit. Jetzt heißt es von HRA Pharma, dem Hersteller
      des Notfallverhütungsmittels: Ab 15. März 2015 wird die "Pille danach"
      rezeptfrei in Apotheken erhältlich sein. Danach habe es eine Einigung
      mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gegeben, berichtet die
      "Pharmazeutische Zeitung" online.

      Nicht abschließend geklärt sei, ob mit dem Wegfall der
      Verschreibungspflicht Notfallkontrazeptiva für Unter-20-Jährige
      weiterhin von den Kassen erstattet werden. Bislang ist eine
      Kostenübernahme an eine ärztliche Verordnung gebunden. Dies bleibe wohl
      auch weiterhin so, so das Apothekerportal.

      Über die Frage, ob die Rezeptpflicht für das Medikament entfallen soll,
      wurde lange debattiert, nicht nur in der Politik. Vor allem Vertreter
      der katholischen Kirche kritisierten die Notfallverhütung

      Um was genau handelt es sich eigentlich bei der „Pille danach“?

      Fakt ist: Die Pille danach ist kein Verhütungsmittel im eigentlichen [lexicon]Sinne[/lexicon], sondern eine Form der Notfallverhütung.
      Sie kann eine Schwangerschaft verhindern, wenn die eigentliche
      Verhütung versagt hat (z.B. [lexicon]Kondom[/lexicon] gerissen). Wie der Name verdeutlicht,
      hilft die Pille danach ausschließlich rückwirkend – nimmt eine Frau die
      Pille danach vor dem Geschlechtsverkehr, schützt sie sich NICHT vor
      einer Schwangerschaft.
      Wann eignet sich die „Pille danach“?
      Wenn...
      ► eine Frau während ihrer fruchtbaren [lexicon]Tage[/lexicon] ungeschützten [lexicon]Sex[/lexicon] hatte.
      ►die angewandte Verhütungsmethode nicht funktioniert hat (Kondom verrutscht oder gerissen, Pille vergessen oder erbrochen, [lexicon]Diaphragma[/lexicon] verrutscht).
      ► der Geschlechtsverkehr erzwungen wurde.

      Wie ist die Wirkungsweise der „Pille danach“?

      Die„Pille danach“ verzögert oder unterdrückt einen noch nicht
      stattgefundenen [lexicon]Eisprung[/lexicon] – dadurch kann sie nach einer Verhütungspanne
      eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Vor sexuell übertragbaren
      Krankheiten wie [lexicon]Aids[/lexicon], Hepatitisoder Chlamydien schützt sie jedoch NICHT.
      Schützt die „Pille danach“ auch über den Notfall hinaus?

      DiePille danach ist ausschließlich für Notfälle vorgesehen und kann die
      eigentliche Verhütung NICHT ersetzen! Da der [lexicon]Eisprung[/lexicon] durch die Pille
      danach oft nur verschoben wird, können Frauen noch im selben [lexicon]Zyklus[/lexicon]
      durch erneuten ungeschützten [lexicon]Sex[/lexicon] schwanger werden. Nach der Verwendung
      dieser Notfallverhütung sollten Frauen daher für den Rest ihres [lexicon]Zyklus[/lexicon]
      auf sichere, nicht-hormonelle Verhütungsmethoden (Kondom, Diaphragma)
      zurückgreifen.

      Wie kommt man an die „Pille danach“?

      Mittlerweile gibt es in Deutschland zwei verschiedene Wirkstoffe – beide sind
      bislang rezeptpflichtig und müssen vom Arzt verschrieben werden. Wer die
      Pille danach an Feiertagen, am Wochenende oder abends benötigt, muss sich an eine Krankenhausambulanz oder an den Notdienst wenden.

      Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen?

      Je früher die Pille danach eingenommen wird, desto wahrscheinlicher wirkt
      sie. Bestimmte Arzneimittel können die Wirksamkeit der Pille jedoch
      verringern oder gar aufheben. Dazu zählen: bestimmte Antibiotika,
      Antidepressiva und johanniskrauthaltige Medikamente. In den meisten
      Fällen treten Übelkeit ohne Erbrechen [lexicon]Kopfschmerzen[/lexicon], Müdigkeit oder
      Unterbauchschmerzen nach der Einnahme auf. Normalerweise verschwinden
      diese Nebenwirkungen aber innerhalb von ein bis zwei Tagen. Auch der
      Zeitpunkt der erwarteten [lexicon]Monatsblutung[/lexicon] kann sich um ein paar [lexicon]Tage[/lexicon] nach
      vorn oder nach hinten verschieben. Auch Zwischen- oder Schmierblutungen
      sind möglich.

      Wie lauten die Wirkstoffe?

      Die klassischePille danach enthält ausschließlich den Wirkstoff Levonorgestrel – das
      ist eine synthetische Form des Hormons [lexicon]Gestagen[/lexicon] (weibliches
      Geschlechtshormon). Je nachdem, wann die Frau Levonorgestrel im Laufe
      ihres [lexicon]Zyklus[/lexicon] einnimmt, verzögert oder unterdrückt Levonorgestrel den
      [lexicon]Eisprung[/lexicon] und verhindert so die Befruchtung. Die klassische Pille danach
      muss spätestens 72 Stunden – also 3 [lexicon]Tage[/lexicon] – nach ungeschütztem
      Geschlechtsverkehr eingenommen werden, am besten jedoch so früh wie
      möglich. Je früher die Frau das Präparat einnimmt, desto besser wirkt

      Seit Oktober 2009 gibt es eine neue Pille danach.

      Sie enthält den Wirkstoff Ulipristal. Er verhindert oder verzögert
      ebenfalls den [lexicon]Eisprung[/lexicon] und wahrscheinlich auch das Einnisten einer
      befruchteten [lexicon]Eizelle[/lexicon]. Die neue Pille danach kann bis spätestens zum
      fünften Tag nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

      Wichtig: Sowohl der Wirkstoff Levonorgestrel als auch Ulipristal
      unterdrücken oder verzögern den [lexicon]Eisprung[/lexicon], so dass eine Befruchtung durch
      Spermien nicht stattfinden kann. Sie wirken nicht, wenn sich das
      befruchtete Ei bereits in der [lexicon]Gebärmutter[/lexicon] eingenistet hat.

      Die Pille danach verhindert also nur den Eintritt einer Schwangerschaft und
      unterscheidet sich dadurch von der sogenannten [lexicon]Abtreibungspille[/lexicon], die
      eine bereits eingetretene Schwangerschaft beendet.


      bild.de/ratgeber/gesundheit/pi…ptfrei-39647902.bild.html
      ------------------------------------------------------------
      "Leide mit einem Lächeln"