"Straßenstrich" macht Mülheimer Anwohner zu viel Lärm

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    • "Straßenstrich" macht Mülheimer Anwohner zu viel Lärm

      Der Westen schrieb:

      Gesundheit
      "Straßenstrich" macht Mülheimer Anwohner zu viel Lärm
      09.06.2016 | 17:29 Uhr


      Der „Straßenstrich“ an der Akazienallee ist einem Anwohner-Ehepaar ein Dorn im Auge.Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services
      Escort Mülheim. Ein Speldorfer Bürger fühlt sich durch lautes Klacken beim Überfahren der Straßenmarkierung belästigt und schaltet das Bundesverkehrsministerium ein.

      Viel Lärm um einen Straßenstrich an der Akazienallee: Anwohner Dirck-Michael Stoephasius sieht sich im Zwist mit dem städtischen Amt für Verkehrswesen und Tiefbau nun durch das Bundesverkehrsministerium in seiner Meinung bestätigt: Die Stadt hätte vor Ort auch eine andere Fahrbahnmarkierung aufbringen können, die weniger lärmt. Die Stadt wiederum sieht das anders.

      Kurzer Rückblick: Im vergangenen Jahr ließ die Stadt die Markierung der separaten Bus- und Fahrradspur nach einer Asphalterneuerung anbringen. Seither beklagt das Ehepaar Stoephasius die Lärmbelästigung , wenn Fahrzeuge vor ihrem Haus, wo die Akazienallee einen kleinen Schwenk macht, in schöner Regelmäßigkeit über die alle paar Meter für den Regenwasser-Abfluss unterbrochene Markierung fahren. Klack, klack, klack – die Stoephasius’ halten es, sagen sie, kaum mehr aus.

      Stadt ließ Markierung 2015 aufbringen
      In mehreren Briefen an die Stadtverwaltung beklagten sie die Situation, es gab einen Ortstermin. Und die Aussage der Stadt: Die bundesweit geltende Richtlinie für die Markierung von Straßen (RMS) habe gar keine andere Form der Markierung ermöglicht. Die Geräuschbelästigung werde im Laufe der Zeit, wenn der millimeterhohe Markierungsstreifen sich zusehends abnutze, auch weniger werden ...

      Dies stellte Oberregierungsrat a.D. Dirck-Michael Stoephasius nicht zufrieden, er schrieb das Bundesverkehrsministerium an. Überall finde heute Lärmbelastung Berücksichtigung, etwa nicht in der Richtlinie für Straßenmarkierungen, die entwurfstechnische Eigenschaften und somit das äußere Erscheinungsbild von Markierungen festlegt? Tatsächlich, so räumte das Ministerium ein, sind akustische Eigenschaften der Markierungen nicht erfasst. Eine Expertengruppe des europäischen Instituts für Normung befasse sich gerade erst jetzt bei der Entwicklung einheitlicher EU-Kriterien auch hiermit.

      Gleichwohl, so das Ministerium in seinem Schreiben, könne eine Stadt als Auftraggeberin einer Straßenbaumaßnahme aktuell unter rund 700 unterschiedlichen, eignungsgeprüften Markierungssystemen das jeweils geeignete für die Situation vor Ort auswählen. Dabei gebe es die Option, derart dünne Markierungen zu wählen, dass keine klackenden Lücken vorzusehen seien. Warum die Stadt sich für eine größere Schichtdicke bei der Markierung entschieden habe, könne nur sie beantworten.

      Stadt: Aufwand und Nutzen stimmig
      Stoephasius regte beim Tiefbauamt eine Prüfung an, ob der Markierungsstreifen mit einer heißen Walze nicht nachträglich tiefer auf den Asphalt gedrückt werden könnte. Auf eine Antwort wartet er seit Anfang Mai.

      Speziell hierzu wollte sich gestern auch der städtische Verkehrsplaner Roland Jansen nicht einlassen. Er sieht das Handeln der Stadt an der Akazienallee gleichwohl bestätigt, weil die Wahl der Markierung den örtlichen Gegebenheiten angemessen sei. Eine Markierung mit drei Millimetern Schichtdicke sei in Mülheim Standard, weil dies „von Aufwand und Nutzen her“ das Beste sei. Bei geringeren Schichtdicken, so Jansen, müssten die Markierungen ständig erneuert werden. Eine solche lärmmindernde Markierung sei an einer Hauptverkehrsstraße wie der Akazienallee mit ÖPNV und Schwerlastverkehr ungeeignet, höchstens denkbar in einer Anliegerstraße.

      Mirco Stodollick

      derwesten.de/staedte/muelheim/…902504.html#plx2118323792
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      "Leide mit einem Lächeln"